— 147 -
weimarische und hessische feindliche attaqquen als occu-pationes, reeuperationes und Ueherfall also zugerichtet,dass, wofern der Friede nicht erfolgl wäre, wir dieses Ortslänger nicht hätten stehen können, sondern unserem ge-liebten Vaterland den Rücken wenden müssen, und gleichandren benachbarten ins Elend verlaufen müssen" (Mat.S. 510.)
Das Herzogthum Jülich hatte als Antheil an den durchden Westfälischen Frieden den Schweden und Hessen zu-gestandenen Satisfaktions-Geldern die Summe von 68760Rthl. 22 Albus aufzubringen. Zu diesem Betrage, welcherdurch das Hebegeld auf 70700 Rthl. erhöht ward, musstedie Stadt Düren 1349 Rthlr. 56 Alb. 9 Hb', beitragen.Bis zur völligen Abzahlung dieser Gelder hielten die Hes-sen einige feste Plätze besetzt.
Noch während des 30jährigen Krieges, einige Jahrespäter als Jesuiten und Annuntiaten, nämlich 1635 Hessensich auch die Kapuziner (vgl. Mat. S. 370—377) in Dü-ren nieder, welche, ein Zweig der mindern Brüder des hl.Franziskus, die alte Strenge des Ordens wieder herstellenwollten. Frau Brandroster (vgl. oben S. 73) hatte dem Magi-strat die Dreifaltigkeitskapelle, welche sie rechts vor dem Köln-thor in der Vorstadt hatte erbauen lassen, nebst anstossendemHause für Armen- und Krankenzwecke geschenkt undwünschte an derselben Kapuziner. Wider Willen des Dü-rener Magistrats übernahmen solche, aus Jülich kommend,die Leitung und Aufsicht der Anstalt, bis sie, aus ähnlichenGründen wie einst die Wilh'elmiten aus dem Paradies, indie Stadt zu ziehen gezwungen wurden. Die Kölner Vor-stadt und so auch „Kirchlein und Wohnung" der Kapu-ziner hatte bei der Belagerung von 1642 sehr gelitten undsollte zur besseren Verteidigung der Stadt völlig beseitigtwerden. Mit Erlaubniss des Pfalzgrafen kauften daher dieKapuziner 1642 provisorisch ein Haus auf der Kalle ander Stadtmauer. 1655 erhielten sie aber die Erlaubniss,dortselbst ein vollständiges Kloster zu errichten. Zu die-sem Behufe schenkte der Baron von Gymnich zu Vi-schel seinen anschliessenden Kailerhof. Der Magistrat,
10*