— 146 —
und 1000 Rth. erlegen, ferner an den General Gyse 100Dukaten gleich und nach Monats Frist eben so viel ent-richten. Dazu kam noch eine monatliche Kontribution von300 Rth. Neben diesen Auflagen erhoben sie auch vonallen zur Stadt gebrachten Waaren Abgaben; kurz, sie ver-fuhren ganz mit der Willkür des Siegers, ohne sich imMindesten an die eingegangene Kapitulation zu kehren.Die Einwohner wurden zur Reparatur, der Mauern undzu andern Festungsarbeiten, wie auch zum Wachtdiensteherangezogen und erfuhren von den übermüthigen Krie-gern die empörendsten Misshandlungen. Der Druck über-schritt das ertragbare Maass der Art, class viele Einwohnerauswanderten. Der Bestand der hessischen Garnisonbetrug 600 Mann zu Fuss und 4 Kompagnieen Reiter.So wurde Düren in acht Jahren neunmal belagert undbeschossen. In Folge dieser schnell aufeinander fol-genden Kriegswunden und Drangsale hatte es viel an sei-ner früheren Häuser- und Einwohnerzahl verloren; seinWohlstand war dahin, die Bürger waren durch Brand-schatzungen und Erpressungen verarmt. Handel und Ge-werbe lagen darnieder; der Ackersmann liess die Felderungebaut. Theurung und Hunger waren die Folge. DasMaass des Elends voll zu machen, brach 1648 die Pestaus, welche bis ins folgende Jahr in unserer Stadt wüthete.Zu ihrer Abwendung stellte man viele Bittgänge an.
Der westfälische Friede (24. Oktober 1648) setzteendlich dem furchtbaren 30jährigen Kriege ein Ziel. DieKunde A r on diesem frohen Ereignisse erhielt unsere Stadtschon am vierten Tage nach dem Abschlüsse durch einenexpressen Boten, welchen ein geborener Dürener NamensMatthias Geich, der als Legations-Sekretär bei der kaiser-lichen Gesandtschaft den Friedensakt mitunterzeichnet hatte,mit der freudigen Nachricht an den hiesigen Magistratabsandte (Mat. S. 511—512.) Der Magistrat schickte demanhänglichen Sohne der Stadt für die gute Botschaft am31. Oktober ein Dankschreiben, worin es weiter heisst:,,Wir alle sein durch die Einquartirung und seit dem Jahre1640 bis daher durch die neunmalige Kays, als französisch