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Kirche zerfiel und wurde später leider ganz abge-brochen. —
Am 10. November 1635 rückte GeneralfeldmärschallGraf Piccolomini mit seinen Truppen in die Vorstädte Dü-rens. Aller Handel und Verkehr war gehemmt. Erst am14. Juni des folgenden Jahres kam wieder Frucht zumMarkt. Die Pest grassirte auch in diesem Jahre. Anfangs1636 nahm Graf Piccolomini mit 5 Fusskompagnieen und2 Kompagnieen Kavallerie in der Stadt selbst Quartier.Die Truppen blieben darin bis zum 16. August 1638, wosie unter dem Kommando des Generals von Lamboy abzo-gen. Der Unterhalt der Truppen setzte die Stadt in grosseSchulden, da die Aemter Aldenhoven, Wilhelmstein, Esch-weiler, Wehrmeisterei, Nörvenich, die vier Gerichte umDüren, luden und Altdorf, welche zur Unterhaltung derTruppen beitragen sollten, sehr saumselig waren. Sieschuldeten daraus noch im Jahre 1692 an die Stadt Düren87389 Reichsthaler. Nur 4 Monate blieb Düren von Sol-daten befreit. Im Dezember 1638 rückten 2 weitere Kom-pagnieen ein, welche bald 2 anderen Kompagnieen unddem Generalstabe des Oberbefehlshabers Caretto Platzmachen mussten. Diese blieben bis Frühjahr 1639 undverursachten der Stadt ungeheure Lieferungen an Fleisch,Brod, Bier, Hafer, Heu und Stroh. Nach Abmarsch die-ser Truppen besetzte der Hauptmann Nikola von der kai-serlichen Armee die Stadt und erhob am 15. April vonden Bürgern eine grosse Brandschatzung. Der Magistratreichte bei dem General-Feldzeugmeister Caretto eine Be-schwerde ein, worin es hiess: „dass wir die ganze Zeitdieses so lang gewährten niederländischen Kriegs nochnimmermehr so indiskret, disreputirlich und erschrecklichtraktirt sein, als eben jetzo von hiesigen beiden Kompag-nien Officianten." Caretto erliess an den Hauptmann einscharfes Schreiben und bedrohte ihn mit Amtsenthebung,weil er die von ihm erlassenen Befehle rücksichtslos über-treten habe. Die Unterhaltung dieser Truppen kostete derStadt monatlich 1000 Florin. Am 31. Dezember 1639 be-zog der kaiserliche General Graf von Lamboy selbst mit