— 133 —
Magistrat vornehmen könne. Im Verein mit denExjesuitenhat die Stadt vielfache vergebliche Anstrengungen gemacht,das ihr genommene katholische Kirchen- und Schulgut wie-der zu erlangen, das die Franzosen als Domänen verkaufthatten. — Allmählich kamen auch Weltpriester an das hie-sige Gymnasium, die Exjesuiten starben aus, und im Jahre1827 wurde das Gymnasium zu einer königlich preussi-schen Anstalt erhoben, an welcher unser verstorbenerDechantVassen als junger Priester bereits seit 1822 wirkte.(Geboren 2. Februar 1799 zu Aldenhoven, kam er 1822zur Aushülfe in der Seelsorge, vor Allein aber als Lehrerdes Gymnasiums nach Düren bis 1830, von da bis 1842Pfarrer in Zons, vom 10. März 1842 bis 9. Febr. 1891Oberpfarrer von St. Anna, 1882 Ehrenbürger der StadtDüren. — vgl. Dr. H. Brüll, das 60jährige Priester]ubiläumdes hochw. Herrn Dechanten und Oberpfarrers zu St. Anna■etc. Düren 1882.)
In demselben Jahre, wo die Jesuiten nach Düren ka-men, wurde auch eine Niederlassung der himmelblauenAnnuntiaten, so genannt von der Farbe ihres Mantels,in Düren gegründet. Dieser Orden entstand 1604 inItalien; auf Betreiben der Franziskaner sowie Fürspracheder spanischen Infantin Isabella Klara Eugenia autorisirtePfalzgraf Wolfgang Wilhelm am 28. September 1627 denBürgermeister und Rath der Stadt Düren, das Dorpmän-nische Haus in der Zehnthofgasse für die Annuntiaten-Schwe-stern aus Antwerpen anzukaufen. Das Haus kostete 4000köln. Thaler, wozu der Pfalzgraf 1500 Reichsthaler her-gab. Die Schwestern zogen am 24. Oktober 1628 hierein, empfangen von einer DejKitation des Magistrats (Dr.Pütz, Dr. Berg und Nie. Voetz) und einer Menge Volkes.Als der Festzug sich auf dem Kornmarkte befand, kam einsehr starkes Gewitter, wobei der Blitz in die Spitze des Thur-mes einschlug. Die Annuntiaten, die nach ihren Regeln Hand-arbeiten, namentlich feine Leinwand für arme Kinder anfer-tigten und eine ausserordentlich strenge Klausur hatten,kauften 1638 zur Erbauung eines vollständigen Klosters inder Nähe ihrer bisherigen Wohnung mehrere Häuser und