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Chronik der Stadt Düren : mit 12 Holzschnitten und einem lithographierten Stadtplan
Entstehung
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thurm; glücklicherweise befand sich daselbst wenig Vorrath,nur das Dachwerk und Gesimse wurden beschädigt. Von An-fang des Jahres bis Ende Oktober herrschte eine Epidemie,welche alsitalienische Krankheit" bezeichnet wird. Am30. September 1634 besuchte der Herzog die Stadt. Nach-dem er dem Gottesdienst beigewohnt, versammelte er Ma-gistrat und Zunftmeister auf der Rentmeisterei, besprachsich mit ihnen über die dem Lande drohenden Gefahrenund die Nothwendigkeit, sich zeitig vorzusehen und machteihnen den Vorschlag, durch freiwillige Beiträge die nöthi-gen Summen zur Landesvertheidigung aufzubringen. Am5. November fand dieserhalb eine Versammlung der-lich'schen Landstände in Düren statt.

Die Residenz der Jesuiten bestand im Jahre 1635 be-reits aus 8 Mann und zwar aus 5 Patres, während dieübrigen das Hauswesen besorgten. Dazu kamen im An-fange des Sommers auf der Oberen Geheiss 2 Patres,welche theils den Soldaten des Herzogs von Pfalz-Neuburg,theils den benachbarten Bürgern und Bauern ihre heilsameHülfe gewährten. Hierselbst aber ward von Anfang desJahres die Christenlehre der Knaben getrennt von der derMädchen. Draussen wurden die Pfarrer ersucht, die vonden Jesuiten angefangenen Christenlehren in ihren Pfar-reien fortsetzen zu lassen. Durch des BürgermeistersSchwanken und Sorglosigkeit geschah es, dass an Festta-gen gleichwie an Werktagen Last- und Handelsfuhren derIn- und Umwohner in die Stadt und aus der Stadt fuhren,obschon die Jesuiten auf's Aeusserste in Predigt und sonstdiesen Unfug bekämpften. Da sie an den Tagen vor Ascher-mittwoch das Vorspiel der gewöhnlichen Ausgelassenheitenmerkten, gingen sie zum Bürgermeister der Stadt und er-langten, dass auf ein gegebenes Glockenzeichen die Bür-gerwehr zusammengerufen und in der ganzen Stadt nach9 Uhr Abends nächtliche Schwelgereien untersagt wurden.Zu bestimmten Zeiten wurde 40stündiges Gebet angesagtund die Kirche besser besucht als sonst jemals, vorzüglichwar das bei dem Gebete zu Anfang der hl. Fastenzeit der Fall.

Das Jahr 1636 war ein in der Geschichte des Düre-