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Chronik der Stadt Düren : mit 12 Holzschnitten und einem lithographierten Stadtplan
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weites Feld der Arbeit stehe offen und eine reiche Erntezum Heile der Seelen sei zu erwarten. Der Provinzial derGesellschaft ging auf den Antrag der Bittsteller ein undverschrieb für Düren zwei Patres, den einen, Nikolaus Lehmvon Trier, den andern, Hubertus Rütter von Aachen, beidegeborene Dürener.

Kaum hatten die Väter der Gesellschaft Düren betre-ten, als von allen Seiten ihrer Gegner eine mächtige Agi-tation in Scene gesetzt wurde. Es fanden öffentliche undprivate Zusammenkünfte statt. Man dürfe, so hiess es,sie in Düren um keinen Preis dulden: sie seien Störer desFriedens und der öffentlichen Ruhe, sie mischten sich indie Politik, sie trachteten nach fetten Pfründen und Ein-künften, welche die Freigebigkeit der Vorfahren für andereZwecke bestimmt habe. Man berief sich auf Beispiele ausder jüngsten Vergangenheit und aus der Nachbarschaft,wo treffliche Männer durch die Machinationen der Jesuitenaus dem Magistrat gestossen worden seien. Und der An-stifter dieser Unruhen sei, um die Gemüther der AachenerBürgerschaft zu beschwichtigen, gerade nach Düren ge-schickt worden. Es seien jedoch die Jesuiten im Irrthumbefangen, denn hier in Düren würden sie einen anderenMagistrat und eine andere Bürgerschaft finden.

In gleichem Sinne agitirte gegen die Jesuiten ein hoch-gestellter Gerichtsbeamter am herzoglichen Hofe, der auföffentlichem Landtage den Abgesandten von Düren denRath ertheilte, sich wohl vorzusehen und zeitig sich derJesuiten zu entledigen, denn hätten sich dieselben einmalfestgesetzt, so würde es später schwer sein, sie zu entfer-nen, auch wenn man es wünschte.

Der Abzug der Jesuiten musste aber erfolgen, wennes gelang, ihnen das Amt, wozu sie berufen, Domizil undUnterhalt zu entziehen. Hierauf nun arbeitete die Gegen-partei mit allem Eifer hin: ein von Sr. herzoglichen Durch-laucht bei anderer Gelegenheit zur Verfügung gestelltesund für die Jesuiten in Aussicht genommenes Haus wurdezu sonstigen Zwecken in Beschlag genommen. Unterdessenaber begann der grössere Theil der katholischen Bürger-