Druckschrift 
Chronik der Stadt Düren : mit 12 Holzschnitten und einem lithographierten Stadtplan
Entstehung
Seite
115
Einzelbild herunterladen
 

115

Pfarrer aufgebracht wurden (die Königl. Kanzlei gab dazu400 Thaler), wurde am 14. Dez. 1779 eingeweiht und1780 wurde das auf dem Höfchen gelegene Pfarrhausrestaurirt. Pfarrer war seit dem 26. Aug. 1774 JohannMarcus Faust aus Trarbach a. d. Mosel. Ihm folgte 1781Joh. Heinr. Boecldinghaus. Die Gemeinde bestand damalsaus 65 Personen. Die folgenden Pfarrer waren 1784Mart. Friedr. Scheibler, 1787 Karl Theod. Boeddinghaus,1790 Joh. Willi. Müller aus Eckenhagen. Ueber 50 Jahre warletzterer im Amte und hat er besonders auch auf das materielleGedeihen der Gemeinde einen nicht unwesentlichen Ein-fluss ausgeübt (Reinhardt S. 22.) Er setzte auf eigeneKoston das Pfarrhaus von Neuem in Stand. Das Küstor-haus lag auf dem Steinweg, wo der Küster und Vorsän-ger May, weil es der Gemeinde an einer eigenen Schulegebrach, längere Zeit eine Privatschule unteimielt. ImUebrigen besuchten die lutherischen Kinder die reformirteSchule. 1825 schenkte Rud. Schenkel der reformirtenGemeinde den Kirchhof vor dem Kölnthor zur gemeinsa-men Benutzung mit den Lutheranern. Im Jahre 1830bot die reformirte Gemeinde durch ihren Pfarrer Koenigs-feld der lutherischen Gemeinde die Vereinigung beiderGemeinden zu einer nnirten an, allein der Pfarrer Müllererklärte sich entschieden dagegen. Ihm folgte am 17. Mai1843 Julius Friedr. Reinhardt aus Jülich, der mehrfach er-wähnte Verfasser der Gesch. der luth. Gemeinde (Festschriftzur hundertjährigen Einweihung der Kirche, 14. Dez. 1879.)Die Gemeinde zählte damals 180 Seelen. Unter Reinhardtwurden im Jahre 1846 die Unionsversuche nunmehr vonder reformirten Gemeinde abgelehnt. Das Pfarrhauswurde unter Reinhardt völlig neugebaut, und zahlreicheStiftungen der vermögenden Gemeindeglieder sind unterihm zu verzeichnen. Pfarrer Reinhardt bahnte indesseine gemeinsame Thätigkeit der beiden Gemeinden an.Anfangs der 50er Jahre entstand ein Frauenverein zurUnterstützung der Armen für beide Gemeinden, durch wel-chen eine Kleinkinderbewahrschule in's Leben gerufenwurde. Nach dem Tode des Superintendenten Reinhardt

8*