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1608 Guilelmo Mockelio in Veldenstein ex scabinis consule.Nee cede nee crede dolis: Veritas vulnera, mortem non
patitur.
Nach dieser Inschrift scheint die Errichtung derFleischhalle nicht ohne Meinungsverschiedenheiten oder„Klüngeleien" vor sich gegangen zu sein. Ueberhauptgab später der Besitz dieses Hauses Anlass zu Streitig-keiten, indem die Kalviner dasselbe als Bethaus für sichin Anspruch nahmen.
Der Stein wurde am 2. Januar 1609 auf Befehl desHerzogs Johann Wilhelm durch den Schultheiss MelchiorIm Hove aus dem Giebel entfernt, aber nicht lange nach-her wurde er wieder feierlich eingesetzt. Um den Besitz desGebäudes als Gotteshaus zu erlangen, hatten die Protestan-ten zahlreiche Kämpfe zu bestehen, bis es endlich gelang,dauernd in seinen Besitz zu kommen. Die Metzger zogenmit ihren Fleischbänken nun wieder zum alten St. Agatha-Spital an der Kopfecke der Weierstrasse. Die alte Fleisch-halle diente von 1642—1844 der reformirten Gemeindeals Gotteshaus.
9. Die Zünfte, Fleischhallen- und Tuchhallen-Ordnung.Vor 1543 bestanden in Düren sehr viele Zünfte. Infrüheren Zeiten hatten die Zünfte ein gemeinsames Gaffel-haus (Gaffelleufe) für ihre Versammlungen und Gerichts-sitzungen. Später hatte jede Zunft ihre eigene „Gaffel".Schon 1129" bestand in Düren eine Bruderschaft derSchmiedezunft zum hl. Eligius, welche in genanntem Jahreschon viele Mitglieder zählte. Die Schmiedezunft war we-gen ihrer Kunstwerke sehr berühmt. Der eiserne Gitter-kasten, worin die Reliquie der h. Anna aufbewahrt wird,ist später aus ihr hervorgegangen. Die Bruderschaft derGewandzunft betitelte sich als „Bruderschaft vom Blutund Kreuze Christi". Sie stammt aus dem Jahre 1389und bestand noch zur Zeit des Pfarrers Hildebrand imAnfang des sechszehnten Jahrhunderts. Unter diesem gabes kein Handwerk, welches nicht besonders in Bruder-