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hinaus wieder bis zur Ruhr (südlich), wo das kaiserlicheZelt war; die Kanonen standen auf dem Krausberg vorDistelrath, und 14 schwere Geschütze richteten sich gegendie Mauer zwischen Köln- und Wirtelthor. Düren dagegenwar durch starke Wälle, Mauern und äussere Bollwerkegeschützt, hatte Vorräthe für mehrere Monate und unterdem tapferen Kommandanten Reinhard von Vlatten einemuthige Besatzung von 2000 Mann Fussvolk und 800 Rei-tern. Ein Unterhandlungsversuch des Kaisers wurde höh-nisch abgewiesen. Da unternahm es der Kaiser selbst, nurvon einem Adjutanten, einem Prinzen von Savoyen, be-gleitet, die Aussenwerke der Stadt zu rekognosziren. Alleinder Kaiser wäre bald ein Opfer seiner Kühnheit geworden.Ein Dürener Bürger, der Zinngiesser Servatius Bunna-gel, erschoss vom Halbthurme hinter der Rentmeisterei(jetzt Arbeiterhospiz) aus den Adjutanten dicht an des Kai-sers Seite. Der Prinz soll sterbend noch ausgerufen ha-ben: Dura, Dura, quam mihi fuisti dura. Karl aber schwurbei seiner Krone dem Trotze der Belagerten furchtbareRache; er wollte an der widerspenstigen Stadt keinen Steinauf dem andern lassen, (vgl. Urkunde in den Annalen d.bist. Ver. f. d. Niederrhein, Heft 18, S. 263—266. Dazukrit. Bemerkung Fischbach's daselbst S. 326.)
Am 23. August fand bei dem St. Johanneshäuschen(in der Nähe der heutigen Brauerei von Sturm) ein Kriegs-rath statt, welcher für den folgenden Tag einen allgemei-nen Angriff- auf die Stadt festsetzte. Mit Tagesanbruchdes 24. August begann das Feuer auf der ganzen feind-lichen Linie. Die Kanonen zwischen Köln- und Wirtelthorunterhielten einen ununterbrochenen Kugelregen gegen dieStadt. Unter dem Schutze dieser Geschosse unternahmendie Italiener und Spanier des kaiserlichen Heeres an dieserStelle den Sturm. Sechsmal ward dieser von den tapfernDürenern abgeschlagen; da aber hatte ihre schlimme Lageauch den höchsten Gipfel erreicht. Hierüber durch einenDeserteur von der Dürener Besatzung, Hans Kreger, un-terrichtet, gewann der Kaiser die Ueberzeugung, dass dieStadt sich nicht mehr lange halten könne, und befahl er da-
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