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Chronik der Stadt Düren : mit 12 Holzschnitten und einem lithographierten Stadtplan
Entstehung
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Kaum war die hl. Reliquie in die Martins-Kirche ge-bracht, so strömte man von allen Seiten zur Verehrungherbei. Die Dürener liessen ein silbernes Brustbild, vor-stellend die hl. Anna, verfertigen und beim Scheitel diesesBrustbildes die hl. Reliquie einfassen. Das Mainzer Stiftaber forderte das Annahaupt wiederholt zurück, indessohne Erfolg. Endlich wandte sich das Stift an den PapstAlexander VI. Dieser erliess im selben Jahre unter dem30. Juni 1501 ein scharfes Breve an die Dürener, woriner mit Kirchenstrafen drohte, falls man sich weigern würde,in einer bestimmten Frist die hl. Reliquie herauszugeben(Urk. Mat. S. 272). Da weder dieses Schreiben noch ver-schiedene Urtheile des weltlichen Gerichtes die Herausgabeder Reliquie erzwingen konnten, wurden der Bürgermeister,der Schultheiss, die Schöffen und die ganze Gemeinde voneinem zu Mainz residirenden geistlichen Richter aus aposto-lischer Machtvollkommenheit excommunicirt, und die Kirchewurde mit «dem Interdict belegt, (vgl. Materialien S. 249bis 256.)

Düren appellirte nach Rom. Der spätere Pfarrer Dü-rens, der bereits erwähnte Hildebrand von AVeworden undHerr zu Drove, übernahm die Prozessführung und reiste1502 nach Rom. Zu Hambach war der Akt aufgenommenworden, wodurch Düren sich verpflichtete, alle Kosten derReise und des Prozesses zu tragen. Kaiser Maximilian I.und Herzog Wilhelm von Jülich, welche Ende 1504 dieStadt Düren besuchten, versprachen möglichsten Beistandzu leisten. In Rom angekommen, trug Hildebrand dasAnliegen Dürens dem päpstlichen Gerichte vor und warthätig darauf bedacht, eine günstige Entscheidung zu er-wirken. Mit der frohen Hoffnung eines glücklichen Aus-ganges der Sache kehrte er nach Düren zurück. Romschien unthätig bleiben zu wollen, weshalb Hildebrand eineabermalige Reise nach Rom unternahm. Der Herzog a t ouJülich berief ihn jedoch auf dem Wege zurück und ver-sprach, den Prozess zum Austrag zu bringen. Aber auchhier sahen sich die Dürener getäuscht. Endlich, im Iahre1505, erwirkte Johann von Thurre, Forstmeister zu Vel-