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Er kam in das Kloster Schwarzenbroich, um durch diedortige Geistlichkeit die Reliquie zurückzuerstatten. SeinGesuch fand hier kein Gehör; noch beim einbrechendenAbend reiste er daher weiter, übernachtete in der Kom-mende Velden, ging des anderen Tages (11. Januar) indie Stadt und übergab das St. Annahaupt den dort woh-nenden Franziskanern, (vgl. Wolff garten, Die Uebertra-gung des Hauptes der hl. Anna von Mainz nach DürenS. 5—16.)
Als Erzbischof Berthold von Mainz die Entwendungdes Annahauptes erfahr und auf angestellte Nachfor-schung vernahm, dass dasselbe sich in Düren bei denFranziskanern befinde, sandte er zwei Abgeordnete, einengewissen Hurd und einen Karthäuser-Laienbruder, dorthin,die hl. Reliquie zurückzufordern. Die Franziskaner über-liessen dieselbe gutwillig; die Gesandten kehrten im Gast-hof „zum Stoer" auf dem Markte ein und beabsichtigten,nach genommener Erfrischung wieder abzureisen. Mittler-weile versammelten sich viele Bürger Dürens, besondersdie Frauen, welche mit Ungestüm das Annahaupt herausforcierten. Mehrere Frauen drangen stürmisch auf den zurAbfahrt bereitstehenden Fuhrmann los und nöthigten ihndurch einen Steinregen zur Flucht, worauf Clara de Perain die Herberge drang und die Auslieferung der Reliquieverlangte. Der Aufruhr war gross, und die Gesandten vonMainz sahen sich genöthigt, einstweilen das Annahauptden stürmenden Händen zu überlassen. Ueber diesen Siegjubilirten die Frauen und wachten drei Tage, fromme Lie-der singend, beim hl. Haupte. Um im Besitze der kostbarenReliquie für immer zu bleiben, ersuchten sie den Magistratum Beistand; dieser konnte sich indess zu nichts ent-schliessen. Die Frauen Hessen aber mit dringenden Ge-suchen an den Magistrat nicht nach, bis sich dieser endlichbewogen fühlte, durch den Bürgermeister Frambach vonBirgel Protokoll über den Vorfall aufnehmen zu lassen.Frambach von Birgel Hess die Reliquie in Verwahr neh-men und mit grosser Feierlichkeit in die Martins-Pfarrkirchebis zur endlichen Entscheidung hintragen.