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errichtete Pfarrer Hildebrand die St. Anna-Bruderschaftund so unermüdlich war er thätig, dass es unter ihmkeine Zunft, kein Handwerk, keinen Verein hier in Dürengab, welcher nicht zugleich eine kirchliche Bruderschaftgebildet hätte; zur Zeit Hildebrands blühten hierorts nichtweniger als 21 kirchliche Bruderschaften.
Pfarrer der St. Martinspfarre war 1358 Rudolphus,1418 Tilmann Vorne, 1438 Heinrich Hagedorn, 1500 Kon-rad Boult. Das auf dem Annathurm befindliche Glocken-spiel verfertigte 1565 Heinrich Ny von Hasselt. Bei derKirche bestanden seit frühesten Zeiten viele Stiftungen;erwähnenswerth ist die noch heute bestehende Brodspende,welche der freigebige Vikar von St. Anna, Simon Steuf-mehl, 1536 errichtete. Sein Bildniss befand sich in der Anna-Kirche an dem Orte, wo noch jetzt die Brodspende gehaltenwird, bis vor Kurzem. (Urkunde betr. SteufmehlspendeMat.-S. 421 ff.) Pfarrer Hildebrand, welcher so vieleStiftungen zu Gunsten der Pfarrkirche machte, gedachteauch der Armen. In seiner testamentarischen Verord-nung überwies er den Provisoren der Steufmehl-Spendeeine so grosse Rente, dass an den Quatembertagen jedes-mal eine besondere Brodspende für die Armen gehaltenwerden konnte, und ausserdem überwies er dem jedesma-ligen Pfarrer 6 Goldgulden Erbzins, woraus zwölf Haus-arme an den vier Hauptfeiertagen und an allen Marien-festen durch die Kirchmeister je 1 Raderälbus, 2 PfundFleisch und 2 Albus für Brocl erhalten sollten.
Im Anfang des Jahres 1501 brachte ein Steinmetzevon Cornelimünster, Namens Leonhard, welcher in derStiftskirche des hl. Stephanus zu Mainz, welche laut dortunter einer mit Gitter versehenen Nische hinter dem Hoch-altar noch vorfindlicher Inschrift (Renovatum M D) im Jahre1500 renovirt worden, gearbeitet hatte, das Kästchen, worinder seit Alters als Annahaupt verehrte Schädel aufbewährtwurde, mitsammt der hl. Reliquie in seinen Geburtsort.Leonhard's Mutter verwies ihrem Sohn diese Handlungund befahl ihm, die entwendete Reliquie ungesäumt anOrt und Stelle, wo er sie genommen, zurückzubringen.