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Chronik der Stadt Düren : mit 12 Holzschnitten und einem lithographierten Stadtplan
Entstehung
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1438 erhielten die Wilhelmiten auch die Pfarre Lamers-dorf, 1439 die Pfarre Obergarzem bei Euskirchen. 1413erwarben sie auch einen Theil des Gürzenicher Waldes,1424 eine Mühle am Philippsthor, 1436 die Kupfermühleunterhalb Veldenstein mit allein Zubehör an Weihern,Wiesen und Ackerland. 1440 vererbpachteten die Patresihre Mühle am Philippsthor für 70 Malter 2 Summer Korn.1444 erhielten sie mehrere Besitzungen zu Gürzenich.1452 vererbpachtete zunächst Johann Kruithysen seinenAntheil an Veldenstein für 18 Gulden den Benedictinernim Paradies; diese erhielten aber noch im selben Jahredas volle Eigenthum an Veldenstein als Messestiftung, wäh-rend ihnen gleichzeitig Herzog Gerhard von Jülich seinenAntheil an Veldenstein schenkte.

Als 1536 durch Herzog Johann die Stadt mit neuenBollwerken befestigt wurde, hielt man das ausserhalb derMauern gelegene Kloster zum Paradies für gefährlich, in-dem sich dort bei Belagerungen der Feind festsetzenkönnte. Deshalb musste das Kloster abgebrochen werden,dessen Steine dann zu den Festungsbauten verwandt Avurden.Die Patres bezogen nunmehr den zu diesem Zwecke fürsie vom Herzog erbauten Augustinerhof auf dem Höfchen,welchen man dasneue Paradies" nannte. 1543 wurdedieses Kloster stark beschädigt, und wenn es auch 1547nochmals aufgebaut wurde, seine Blüthe war dahin. DerletzteParadieser", Düppengiesser mit Namen, starb 1597.Mit ihm erlosch diese Ordensniederlassung hier in Düren.Die Güter und Eenten gingen an das Kollegiatstift in Jü-lich über. Das Wilhelmitenkloster führte ein Priors-Siegelmit der Anbetung der hl. drei Könige, seiner Kirchen-patrone; das kleinere Konventssiegel zeigte eine Abbildungder Geburt des Heilandes mit der Umschrift: S. conventusin paradiso ordinis S. Wilhelmi. (vgl. Mat.-S. 293296.)

Von Prioren des Klosters seien erwähnt: 1358 Conradvon Binsfeld, 1382 Tilmann von Düren, 1473 Dieterichvon Aldenhoven und Johann von St. Goar, 1480 Franzvon Meersen, 1498 Reinhard von Borffekl, 1509 Simonvon Birgel, 1547 Nicolaus Rhoemer.