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Auf der Tagesordnung der Generalversammlung des „Deutschen Apothekervereins"in Dresden 1896 wurde nun folgender, seitens des Kreises Schleswig-Holstein gestellterAntrag angenommen:
.. eine Kommission zu ernennen, zur Ausarbeitung einer homöopathischenPharmakopoe, welche besonders auch Angaben über Aussehen und sonstige Beschaffen-heit der pflanzlichen und tierischen Präparate nach Art der allopathischen Pharma-kopoe enthält".
Ich bot sofort meine Dienste für die weitere Ausarbeitung einer homöopathischenPharmakopoe an, die man auch dankbarst akzeptierte.
Bald darauf wurde in Berlin eine Arbeitskommission gebildet, die aus 2 allopathischenApothekern, 2 homöopathischen Ärzten und 2 homöopathischen Apothekern bestand.Zu den letzten beiden gehörte auch ich.
In der Sitzung am 17. März 1897 beschloß nun diese Kommission einstimmig, beiBearbeitung des neuen Werkes meine Pharmacopoea polyglotta zugrunde zu legen.
Ich war auf Grund dieses Beschlusses bereit, das Autoren- und Verlagsrecht meinerPharmakopoe, meines geistigen Eigentums, dem Interesse der Sache und unseres Standeszu opfern und diese selbst in dem neuen Werke aufgehen zu lassen.
Da sich jedoch bald Bestrebungen einzelner Mitglieder in der Kommission Geltungzu verschaffen wußten, welche auf eine in keiner Weise gerechtfertigte Nichtachtungder in der Homöopathie aufgestellten Grundprinzipien und auf eine jeder experimen-tellen und wissenschaftlichen Grundlage entbehrende Abänderung der bewährten homöo-pathischen Arzneizubereitungen hinausliefen, so sah ich mich veranlaßt, auf weitereMitarbeit zu verzichten und einer Neuausgabe meiner polyglotten Pharmakopoe unterBerücksichtigung der geäußerten Wünsche näherzutreten.
Schon vorher hatte ich in Leipzig ein
Pharmazeutisch-chemisches Institut
errichtet, um ausschließlich die für das neue Arzneibuch nötigen, wissenschaftlichenVorarbeiten und Untersuchungen ausführen zu lassen.
Nach meinem Ausscheiden aus der Berliner Kommission ging ich selbst an dieNeubearbeitung meiner Pharmakopoe und habe dieselbe unter Mitwirkung einer Kom-mission durch Hinzufügen der bisher noch fehlenden Beschreibungen und Prüfungs-methoden zu dem vorliegenden „Deutschen homöopathischen Arzneibuch" ausgestaltet.
Diese Kommission bestand:aus den homöopathischen Ärzten
Dr. Th. Hengstebeck, geschäftsführendem Mitgliede des Vorstandes des homöopathi-schen Zentralvereins Deutschlands, Dr. H. Wapler, dirigierendem Arzte des homöo-pathischen Krankenhauses zu Leipzig;
aus den homöopathischen ApothekernW. Steinmetz und A. Judersleben, seit Jahrzehnten auf dem Gebiete der homöo-pathischen Pharmazie anerkannte Autoren, ferner
aus den Apothekern und Chemikern meines wissenschaftlichen InstitutesDr. J. Katz und H. Wagner.
Ich benutze die Gelegenheit, den genannten bewährten Herren Mitarbeitern fürihre Tätigkeit meinen wärmsten Dank auszusprechen.