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Hennig's Commentar und Wörter-Buch zu allen Pharmacopöen : ein unentbehrliches Hülfsbuch für Ärzte und Apotheker sowie für Studirende der Medicin und Pharmacie zum richtigen Verständniss jeder Landes-Pharmacopöe
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409
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Kali bicarbonicum — Kali carbonicmn purum. 409

durch einen Rückstand Beimischung fremder Sülze, als Chlorkalium,schwefeis., phosphors., doppelt-kohlensaures, neutrales we in st ein saures Kali u. s. w. ; Aqua hydrosulphurata =Metallbeimischungen; Argentum aceticum = durch einen weis-sen, später dunkel werdenden Niederschlag u n t e r s c h w e f e 1 i g s a u-res ICali. Es besteht aus 49,85 Essigsäure u, 5015 Kali. I Theil es-sigsaur. Kali mit £ Th. Yitriolül in einem Fläschchen übergössen, bildetdas saure Riech salz.

Kall bicarboiticum, zweifach kohlensaures Kali ( Kali carbonicuma cidulum. Säuerliches kohlens. Kali, Bicarbonas kalicus c. aqua). AusWeinstein bereitetes kohlens. Kali. I Unze wird in 1-J- Unze dest. Was-ser aufgelöst und diese Auflösung in ein mit kohlens. Gase angefülltesso grosses Gefäss, dass es 10"Pfund Wasser fassen kann, geschüttet unddann 3 Tage hindurch stehen gelassen. Es bildet ein weisses, an derLuft nicht feucht werdendes Salz von mildem Geschmacke. Es ist in 4Theilen Wasser auflöslich und darf, diese Auflösung durch schwefelsaureMagnesia nicht getrübt werden.

Kali borussicum, s. Ferro-Kalium ajanatum flavutn,

Kali carbonicum crudum. rohes kohlensaures Kali (Cineres cla-vellati. Rohe Pottasche. Carbonas kalicus crudus ). Das Kali findet sichin Verbindung mit mehreren Säuren, bes. mit Kieselsäure in dem Feld-spath und Glimmer, wird aber bekanntlich nur aus Pflanzen durchs'Aus-laugen (Laugensalz) der Asche derselben gewonnen. Die obere Schichtder Erde, die durch Zertrümmerung und Zerreibung von Felsen ent-standene Dammerde, enlh. das Kali an Kieselsäure gebunden. Durch diedurch Regen, Sonnenschein, Frost u. s. w. eintretende Verwitterung zei fallen die Erdstückchen in Staub, und es wird dieser durchWasser u. Kohlensäure zersetzt, so in seinen löslichen Bestandteilenvon den Wurzeln der Pflanzen aufgenommen, und es kommt daher indiesen das Kali an Pflanzensäuren gebunden vor. Die Pottasche bildettrockne, feste, weisse oder bläuliche Stücke, die an der Luft feucht wer-den und zerlliessen. Prüfung: Uebergiessen von 100 Gran der gleichvor dem Versuch geglühten Pottasche mit 600 Gran Acid. sulphur. di-lut. verräth: durch den Gewichtsverlust von 22,5 Gran nach vollstän-dig beendigter Kohlensäureentwickelung den vorschriftsmässigen Gehaltvon mindestens 70 pCt. kohlens. Kali. Blankes Eisen = Kupfer,— durch den rothen metallischen Ueberzug in der genannten Auflösung.

Kali carbonicum depurafiim, gereinigtes kohlensaures Kali (Kalicarbonicum e cineribus clavellatis. Carbonas kalicus e cineribus clä-veltatis, kohlens. Kali aus der Pottasche). Es ist ein rein weisses, trock-nes, gröbliches, leicht feucht werdendes Pulver, das scharf u. laugen-haft schmeckt. Es kann wegen der Bereitung desselben gänzliche Ab-wesenheit von Metalloxyden, Erden, Kieselsäure u. fremdartigen Salzen(vergl. unten) nicht gefordert werden.

Kali carbonicum purum, reines kohlensaures Kali (Kali carboni-cum e Tartaro, kohlens. Kali aus dem Weinsteine. Alkali vegetabileaeratum , luflgesäuertes vegetabilisches Laugensalz. Sal Tartari, Wein-steinsalz. Carbonas kalicus e Tartaro.) Nach der Ph. Bor. wird ge-pulverter gereinigter Weinstein 3 Pfd. u. gepulv. gereinigtes Salpeters.Kali 1J Pfd., jedes besonders gut getrocknet, dann gemischt u. in einereisernen Pfanne in eine konische Form gebracht. Dann wird das Ge-misch vermittelst einer glühenden Kohle an der Spitze des Kegels an-