Druckschrift 
2 (1914)
Entstehung
Seite
436
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Kautschuk.

so wird das Holzstück wieder in die Milch getaucht und mit einemneuen Häutchen überzogen. Auch dieses wird geräuchert, und indieser Weise wird solange fortgefahren, bis sich ein dicker Klumpenan dem Stocke befindet. Ein Arbeiter koaguliert in dieser Weise2-5 bis 3 kg in der Stunde und erhält Klumpen von 10 bis 20 kgGewicht.

Der Para-Kautschuk gilt als die beste Kautschuksorte. Erkommt sowohl in Form vonFlaschen" und Scheiben, als auchin Platten im Handel vor. Das sogenannte ,, Speckgummi" bildetquadratische Blöcke, die 5 bis 9 cm dick und 50 bis 60 cm langsind. Eine minder reine Sorte sind die ,, Negerköpfe", Ballen,die mit Rindenstückchen etc. stark verunreinigt sind.

Diese Art der Gewinnung wird nicht an allen Orten ausgeübt.So scheidet man den Kautschuk auch durch Kochen ab, nachdemman den Milchsaft mit der gleichen Menge Wasser verdünnte.Durch Kneten und Walzen wird dann die rahmartige Massevon der wässerigen Flüssigkeit getrennt, worauf man sie zuScheiben auswalzt und an der Luft trocknet. Auch durch Zusatzdie Koagulation beschleunigender Stoffe, wie Alaun oder denMilchsaft anderer Pflanzen, wird der Kautschuk abgeschieden.

Je nach seiner Darstellung und Abscheidung schwankt dieFarbe des rohen Kautschuks zwischen rein weiß und schwarz;der Paragummi ist, wenn er durch das Räuchern gewonnen wird,an der Oberfläche durch den Ruß schwarz gefärbt. Die wichtigstephysikalische Eigenschaft des Kautschuks ist seine Elastizität, aufihr beruht seine Anwendung zu den verschiedensten Zwecken.Doch ist diese Erscheinung sehr von der Temperatur abhängig;kühlt man ein Stück Kautschuk allmählich ab, so schwindet dieElastizität immer mehr und durch Abkühlung auf sehr tiefeTemperaturen wird er so spröde, daß er wie Glas splittert undbricht.

Über die chemische Natur des Kautschuks haben besondersdie Arbeiten von C. 0. Weber und von C. Harries viel Licht ver-breitet. Wie Weber nachwies, bestehen alle Kautschuksorten imwesentlichen aus einem Kohlenwasserstoff von der Zusammen-setzung C 10 /Y 16 , doch ist auch Sauerstoff vorhanden. Die sauer-stoffhaltigen Verbindungen sind jedoch nur Additionsprodukte.Aus seinen Arbeiten folgert Weber, daß die Hauptmenge desKautschuks aus einem Kohlenwasserstoff n-C 10 H u besteht, derin Benzol, Schwefelkohlenstoff und Chloroform leicht löslich ist,daß daneben, wenigstens im Para-Kautschuk, sich eine geringe

mit

436