Fette und öle.
Wachskerzen gerollt, weil das Wachs an den Formen klebt undsich beim Erkalten stark zusammenzieht. Gegenwärtig wird zurHerstellung der gewöhnlichen Kerzen entweder Stearinsäure(Stearin) allein oder im Gemenge mit Zeresin (Paraffin) im Ver-hältnisse von 7a Stearin und 2 / 3 Paraffin verwendet.
In der Kerzenfabrikation spielt die Beschaffenheit des Dochteseine sehr bedeutende Rolle, denn von ihr hängt die Leuchtkraftder Flamme ab. Er muß so beschaffen sein, daß er eine gewisseMenge des geschmolzenen Leuchtmateriales aufsaugt, die ebenhinreicht, um mit heller, nicht rußender Flamme zu verbrennen.Saugt der Docht zu viel Leuchtmaterial auf, so genügt die durchdie Verbrennung erzeugte Wärme nicht, um den von der Flammeausgeschiedenen Kohlenstoff in lebhafte Weißglut zu versetzen.Die Kerze brennt trübe und rußt.
Früher wendete man Dochte an, die einfach aus gesponnenen,lose zu einem Strange zusammengedrehten Fäden bestanden. Siesaugten zuviel geschmolzenen Talg etc. auf, außerdem fiel dasverkohlte Ende des Dochtes nicht ab, wodurch das umständliche„Putzen" der Kerzen nötig ward. Jetzt werden für bessere Kerzenausschließlich geflochtene Dochte verwendet, deren Durchmesserim richtigen Verhältnisse zum Kerzenmaterial und seinem Schmelz-punkte steht. Ferner biegen sich die geflochtenen Dochte nachaußen, wodurch das abgebrannte Ende außerhalb der Flammeliegt. Durch geeignete Präparation der Dochte hat man es auchdahin gebracht, daß sich das verkohlte Ende von selbst von Zeitzu Zeit abstößt. Zu dieser ,, Beizung" der Dochte verwendet manLösungen von Borsäure, Borax, Chlorkalium, ferner phosphor-saures und borsaures Amnion. Solche Lösungen sind beispiels-weise folgendermaßen zusammengesetzt:
Borsäure..........80 g
Schwefelsäure........10 g
Wasser........... 10 /
oder Borsäure..........100 g
glasige Phophorsäure..... 5 g
Wasser...........20 /
Zumeist wendet man gegenwärtig Lösungen, bestehend ausschwefelsaurem Amnion und Borsäure an. In der Hitze entweichtAmmoniak und die freiwerdende Schwefelsäure macht den Dochtso mürbe, daß er sich unbedingt aus der Flamme neigt, wobeialler Kohlenstoff verbrennt. Die Borsäure verbindet sich dannmit den in der Asche enthaltenen basischen Körpern zu leicht
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