Die natürlichen Gruppen der Teerfarbstoffe.
Es bildet im reinen Zustande glänzende, hellgelbe Nadeln, diebei 273° schmelzen, sublimiert bei etwas höherer Temperaturund siedet bei 360 u . Durch Sulfurierung entsteht Antrachinon-monosulfosäure, die ein Zwischenprodukt bei der Darstellung desAlizarins bildet.
In dieser Aufzählung konnten nur einige der wichtigsten undtypischen Zwischenprodukte der Teerfarbenfabrikation berück-sichtigt werden, doch hoffen wir, daß diese Zusammenstellungwenigstens einigermaßen einen Einblick in das Wesen, die Ent-stehung und die Konstitution der aromatischen Verbindungenermöglicht. Wer sich näher für dieses Thema interessiert, sei aufunser Büchlein „Die Teerfarbstoffe" verwiesen.
4. Die natürlichen Gruppen der Teerfarbstoffe.
Die natürlichen Gruppen der Teerfarbstoffe werden durchihre chemische Zusammengehörigkeit bedingt. Ehe wir sie kurzbesprechen, sei noch die Frage erörtert, wann eine Kohlenstoff-verbindung überhaupt als Farbstoff anzusehen ist und woraufdie Färbung beruht.
Manche Kohlenstoffverbindungen besitzen die Eigenschaft,alle Lichtstrahlen, welche sie treffen, zurückzuwerfen, diese Ver-bindungen erscheinen weiß. Andere wieder werfen nur einenTeil der Lichtstrahlen zurück und absorbieren den Rest, dieseerscheinen gefärbt. Werden endlich alle auftreffenden Strahlenabsorbiert, so erscheint solch ein Körper schwarz. Betrachtetman die Konstitution färbender Kohlenstoffverbindungen, soergibt sich, daß sie sich durch sehr enge Bindung der Atome aus-zeichnen. Diese enge Bindung läßt sich jedoch — mit Ausnahmeder Nitrofarbstoffe — aufheben, wobei ungefärbte Leukover-bindungen entstehen, die durch geeignete Oxydationsmittel wiederin gefärbte Verbindungen übergehen.
Witt schlug für diese, durch engere Bindung ausgezeichneteuAtomkomplexe die Bezeichnung „Cliromophore" vor, während er dieeinen oder mehrere Chromophore enthaltenden Verbindungen>,Chromogene" nennt. Treten salzbildende Atomgruppen in dieChromogene ein, so werden sie zu Farbstoffen. Solche salzbildendeAtomkomplexe bezeichnet Witt als „auxochrome Gruppen". Alssolche kommen besonders die Hydroxyl — (OH) und die Amido-gruppe (NH 2 ) in Betracht, doch auch die Karboxyl — (COOH)
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