Druckschrift 
Die wichtigsten vegetabilischen Nahrungs- und Genussmittel : mit besonderer Berücksichtigung der mikroskopischen Untersuchung auf ihre Echtheit, ihre Verunreinigungen und Verfälschungen ; mit 271 Holzschnitten
Entstehung
Seite
538
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Leinsamenkuchenmehl.

und innere Epidermis, sowie die Epidermis der Fruchthaut (pag. 92u. 93) mit den charakteristischen Haaren, die Querzellenschicht undeventuell die Aleuronsehicht, für Haferkleie neben den Spelzen-fragmenten besonders die Fruchthautepidermis (pag. 110 und111) mit den langen Haaren, für die Hirsekleie Spelzenfragmente(pag. 186, 137 u. 143) und deren Gewebe, sowie Stücke der sehrauffallenden Fruchtsamenhaut mit ihren Gewebsschichten (Fig. 101u. 103).

Wie die Hirsekleie besteht auch die Reiskleie der Haupt-masse nach aus verschieden grossen Fragmenten der Reis-spelzen. Diese haben einen den Spelzen anderer Cerealien durch-aus analogen Bau: eine äussere und innere Epidermis, zwischenbeiden eine Hypodermfaserschicht und ein die Gefässbündelführendes Parenchym.

Besonders die äussere Epidermis fällt sehr in die Augen. Ihreallseits sehr dickwandigen Zellen sind am Querschnitte nach aussen etwasvorgewölht und infolge von Membranfaltung scheinbar von Porenkanälen durch-setzt , in der Fläche an den Seiten dicht und tief gefaltet mit gerade abstehen-den, ziemlich gleichartigen, grossen, spitzen, einfachen, ineinandergreifendenZacken, bald mehr oder weniger axil gestreckt, bald in der Fläche ziemlich iso-diametrisch oder selbst querbreiter (90120 \i.).

Zwischen den Epidermiszellen eingeschaltet finden sich, besonders an denNerven und gegen die Spelzenspitze zu, nach vorn gerichtete dickwandige, bis300, selbst 500 [J. lange, spitze, kegelförmige, am abgerundeten Grunde 2145 abreite, gleich den Epidermiszellen und den Hypodermfasern stark verkieselteHaare. Ihre Wand ist bis auf die farblose glasige solide Spitze gelb gefärbt.

Unter der Epidermis liegt ein ein- bis mehrreihiges Hypoderm aus bast-zellenartigen Elementen, welche in den äusseren Lagen sehr stark, weiterhinweniger verdickt und weitlichtig sind. Durch Schnitze' 'sehe Maceration isolirt, kannman an ihnen Längen von 120500u. und darüber bei 1520 ;j. Breite eon-statiren; sie sind glattwandig oder mit zahlreichen einseitig bis allseitig von denSeiten entspringenden, gerade abstehenden, zum Theil relativ langen, einfachenund lappigen Fortsätzen versehen, durch welche sie unter einander und mit derEpidermis verzahnt sind. Zwischen den langen kommen einzelne ungewöhnlichknorrige kürzere Faserzellen vor.

Das unter dem Hypoderm folgende mehrreihige dünnwandige Parenchymist meist stark comprimirt und obliterirt: die innere Epidermis besteht ansgrossen, in der Fläche polygonalen dünnwandigen Tafelzellen.

Beimengung von Reiskleie erkennt man unschwer an denmeist zahlreichen Fragmenten der Spelzen, zum grossen Theilnoch mit allen Gew T ebsschichten, speciell mit den eben beschrie-benen Epidermiszellen und den Haaren, welche auch fürsich ganz, häufiger in Bruchstücken angetroffen werden nebenStücken der inneren Spelzenepidermis. Dazu kommen Fragmentedes Silberhäutchens mit den pag. 130 beschriebenen undFig. 88 und 89 abgebildeten Geweben (Fruchthautepidermis,Schläuchen etc.), oft noch mit anhängender Aleuronsehicht, allen-falls auch mit Resten des Mehlendosperms und immer mit etwasStärkemehl in ganzen componirten Körnern, hauptsächlich aber inBruchkörnern.

2. Leinsamenkuchenmehl (Haarlinsenmehl). Die ge-mahlenen Presskuehen, welche bei der Gewinnung des fetten Oeles