Cerealienkleien.
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wie
V. Steinschalen als Abfälle von Schalenobstsorten,Haselnuss-, Walnuss- und Mandelschalen.
VI. Rinden, besonders Eichenrinde und Hölzer, nament-lich rothes Sandelholz und Holzmehl von Nadel- und Laub-holzarten.
Die Uebersicht zeigt, dass dem Falscher kein Artikel alsMittel zum Zwecke zu schlecht ist. Minderwerthige oder ganzwerthlose und unbrauchbare, höchstens als Dung- und Feuerungs-materiale verwerthbare Dinge, zumeist Abfälle bei verschiedenenIndustriezweigen, wobei man besonders Rückstände bei dem Mahl-processe und bei der Oelgewinnung bevorzugt, manche schlechteoder verdorbene Nahrungsmittel und Abfälle solcher werden zumFälschen herangezogen. Ja noch mehr, man stellt aus derartigenMaterialien, meistens Kleien und schlechten oder verdorbenen un-geniessbaren Birnen, eventuell unter Zuthat von färbenden Sub-stanzen fabriksmässig pulverige Producte her, welche unter derBezeichnung Matta*) in mehreren der Farbe nach dem zu fälschen-den Gewürzpulver nahekommenden Sorten (Pfeffer-, Piment-, Ziinmt-oder Cassia-Matta) in Preislisten offerirt werden.**)
1. Cerealienkleien. Die Abfälle bei der Mehlfabrication(pag. 10), die verschiedenen hiebei resultircnden Kleien, gehörenzu den häutigsten Fälschungsmitteln gepulverter Gewürze.
Die Kleie enthält die bei den einzelnen Getreidefrüchtendes näheren beschriebenen, für sie charakteristischen Gewebe undGewebsclemente der Fruchtsamenhaut, ferner Stücke der Aleuron-schicht und selbst Reste des Mehlendosperms, daher immer, wennauch in untergeordnetem Masse, Stärkekörner.
Bei den bespelzten Getreidefrüchten (Gerste, Hafer, Hirse,Reis) kommen auch noch, und zwar zum Theil als Hauptsache,Fragmente der Spelzen und ihrer Gewebselemente hinzu.
Am häutigsten findet man Gerstenkleie, oft im Gemengemit Roggen- und Weizenkleie, dann Hirse- und Reiskleie alsabsichtliche Beimengungen in gepulverten Gewürzen und besondersdie Hirsekleie ist ein Hauptbestandtheil gewisser Sorten der so-genannten Matta.
Bezüglich der mikroskopischen Charakteristik der verschie-denen Kleiensorten und ihre Erkennung im Gemenge mit Gewürzenist auf die betreffenden Artikel des I. Abschnittes zu verweisen.
Für alle kommen die Stärkekörner (Form, Grösse) in Betracht,für die Roggen- und Weizenkleie ausserdem die Gewebs-elemente der Fruchtsamenhaut, namentlich die Querzellen, für dieG ersten kl ei e Spelzenfragmente (pag. 90 u. 91), deren äussere
*) Das Wort ist wohl von dem italienischen „niatto": thöricht, matt.siech, schlimm, schlecht, abzuleiten und bezeichnet eine zum Bethören zumFalschen bestimmte Waare.
**) J. Moeller, Die-Matta des Wiener Handels. Pharm. Dost. 1886, Nr. 22'T. F. Hanauseh, lieber die Matta. Heger's Zeitschr. 1887, 24 u. 41; J NevinmiDie Pimentmatta. Heger's Zeitschr. 1887, 46.