Druckschrift 
Die wichtigsten vegetabilischen Nahrungs- und Genussmittel : mit besonderer Berücksichtigung der mikroskopischen Untersuchung auf ihre Echtheit, ihre Verunreinigungen und Verfälschungen ; mit 271 Holzschnitten
Entstehung
Seite
502
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Vi

502

Senf.

manche deutlich geschichtet und alle mit einem kleinen rund-lichen Lumen wie beim weissen Senf.

Eine Grosszellenschicht fehlt.

Die Sklereidenschicht besteht wie beim schwarzen Senfam Querschnitte aus ungleich radial langen (hohen) Elementen,doch ist der Unterschied in der Höhe der einzelnen Zellen einweit geringerer (1530 [/.); in regelmässigen Abständen nehmendie Palissadenzellcn allmählich an Höhe zu; die äussere Begren-zungslinie der Sklereidenschicht erscheint daher ausgeschweift undin der Flächenansicht der Testa kommen wie beim schwarzenSenf braune Polygone (75150p.) zum Vorschein, doch sind siebeim Sarepta-Senf nicht so scharf begrenzt, flacher, weil Gross-zellen zwischen der Epidermis und der Sklereidenschicht fehlenund weil die längsten (höchsten) Sklerciden nicht den langenunverdienten halsartigen äusseren Theil besitzen wie die analogen,zwischen die radialen Seiten der Grosszellen sich einschiebendenSkiereiden des schwarzen Senfs.*)

Mit Kalilauge isolirt zeigen die Skiereiden eine grosse Gleichförmigkeit isie sind, von der Seite gesehen, fast durchaus hecherförmig, übrigens an derSeitenwand ebenso verdickt wie jene des schwarzen Senfs, in der Fläche ziemlichregelmässig polygonal (5ßseitig), sehr ungleich, 7 51521 fj. breit, mit deut-licher Mittellamelle. Bei der Maceration in Kalilauge zerfällt die Sklereidenschichtzunächst in polygonale Complexe aus einer Anzahl Zellen, welche in ihrem Um-fange etwa einer Epidermiszelle entsprechen; ihre Wand nimmt eine bräunlich-röthliche oder orangebräunliche Farbe an.

Die Pigmentschicht besteht aus sehr verschieden grossen(7'5 45;/.), in der Fläche rundlichen oder rundlich-eckigen dünn-wandigen Tafelzellen mit grobkörnigem gelb- bis rothbraunemPigment, welches durch Kalilange grösstenteils gelöst wird unddabei die Wand der Skiereiden imprägnirt.

Die Aleuronschicht zeigt in der Fläche gleichfalls ge-rundet-polygonale Zellen (2445 ja) mit farblosem, ölig-körnigem,in Kalilauge homogenem bleichgelbem Inhalt.

Das Pulver ist mikroskopisch nur an den spärlich vorhan-denen Testafragmenten zu identificiren und vom schwarzen undAveissen Senf zu unterscheiden, wobei insbesondere die Sklereiden-schicht, resp. die weniger scharf begrenzten und weniger deut-lichen Polygone einen guten Anhaltspunkt gewähren.

*) Nach M. Wolff, Zur Kenntniss der Senfsamen des Handels (Phaim.-Ztg.1893, 761) sind die Samen grösser als jene von Br. nigra und ihre Oberflächeist sogar gewöhnlich oder doch oft stärker genetzt, und dieses schon mit blos-sem Auge wahrzunehmen. Unter der Oberhaut mit vollständig deutlich hervor-tretenden Schleimschichten liegt ein grosszelliges, vielfach etwas zusammen-gedrücktes Parenchym. Die Palissadenzellen sind ungleich lang, gelbwandig, diePigmentschicht ist braun oder wie beim weissen Senf fast farblos und unter derAleuronschicht folgt ein kleinzelliges Parenchym. Nach Waage, Berieht d.Pharm. Gesellsch. 1893, besteht der Sarepta-Senf des Handels oft aus gewöhn-lichem schwarzem Senf. Ein Senfmuster enthielt die Samen von Sinapisarvensis L., deren Schale mit Chloral sich blutroth färbt.