Senf.
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fältig hergestelltem Pulver sehr selten sind. Hier kann nur diegenaue chemische Prüfung entscheiden.
Die beiden Senfsorten im gepulverten Zustande lassen sich übrigens schonmakroskopisch unterscheiden durch das Vorhandensein, resp. das Fehlen derrothbraunen Testafragmente, die am besten hervortreten, wenn man gleich grosseProben von den beiden Pulvern mit Aether-Weingeist in einer Eprouvette durch-schüttelt und absetzen lässt. Unter der klaren, grünlichgelben Flüssigkeit ist beischwarzem Senf das abgesetzte Pulver scharf in zwei Schichten gesondert, einebräunlich-weisse, aus den feinsten mehlartigen Theilchen bestehende obere undeine von gröberen rothbraunen Testafragmenten marmorirte untere. Bei weissemSenf ist die Sonderung des abgesetzten Pulvers weniger scharf, die obere gleich-massig bräunlichweisse Schicht breit, die untere wenig hervortretend marmorirtdurch gröbere bräunliche oder gelbbraune, aber nicht rothbraune Schalenfrag-mente. In aus den enthülsten Samen hergestelltem Pulver fehlt eine Scheidung desabgesetzten Pulvers in zwei Schichten. Eine Beimengung von schwarzem zuweissem Senf macht sich sofort bemerklich durch das Auftreten von mehr oderweniger zahlreichen Stückchen der rothbraunen Testa in der unteren Schicht.
' Chemisches Verhalten. Der weisse Senf gibt durch Destillation keinätherisches Oel. Der scharfe Stoff ist in dem Samen nicht vorgebildet, sondernentsteht infolge der Einwirkung von Myrosin bei Gegenwart von Wasser aufdas krystallisirbare Glykosid Sinaibin, welches hiebei in Sma binsenfol, eineölige, nicht flüchtige Flüssigkeit von örtlich stark reizender Wirkung, in sauresschwefelsaures Sinapin und Zucker zerlegt wird. Die Ausbeute an fettem Oelbeträgt ca. 30%. Der Aschengehalt wurde mit 3-96% (006% Sand) ermittelt.
III. Sarepta-Senf, ein feines, schön gelbes Pulver, her-gestellt aus den von der Testa und durch Auspressen von demca. 25% betragenden, als Speiseöl verwendeten fetten Oele be-freiten Samen von Brassica juncea Hook. fil. et Thoms., einerbesonders im südlichen und südöstlichen Russland (Sarepta,Gouvernement von Saratow) bis weit in die Kirgisensteppe hineinin «rösstcr Ausdehnung eultivirteu Senfart. Seit 1893 sind auchsehr günstige Anbauversuche auf den Rieselfeldern bei Perlin
gemacht.
Die Samen gleichen in Form, Grösse und Oberfläclienfarbejenen des schwarzen Senfs. Ihre Oberfläche erweist sich untereiner stärkeren Lupe auch als fein netzig-grubig, aber flacher,weniger scharf gezeichnet.
Auch im Baue schliessen sie sich an den schwarzen Senfan. Unter Glycerin erscheint die Epidermis am Querschnitteals ein glasiger, scheinbar structurloser, der gelbbraunen Sklereiden-schicht aufgelagerter Streifen. Bei vorsichtigem Zusatz von Wasserquillt er langsam auf und entfaltet sich zu einer deutlichenZellscliicht, zu einer Schleimepidermis, welche jener des schwarzenSenfs gleicht.
Es treten am Querschnitte anfangs zerknitterte, faltig-ver-bogene, dann sich streckende Radialwände, eine feine Cuticulaund hie und da Schichtung der Schleimmasse wie beim schwarzenSenf auf mit Andeutung eines schmalen, spaltenförmigen Lumensnahe an der Innenwand. Die Zellen sind nach aussen flach ge-wölbt, haben eine tangentiale Breite von 45—75 \j. und (nichtganz entfaltet) eine Höhe von 24^.. In der Fläche sind sie poly-gonal (45—90 ja), an den Seiten mit Andeutung von Knoten,