Paradieskörner.
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einem homogenen. rothbraunen Pigment gefüllten, am Querschnitt grösstentheilstangential gestreckten Elementen besteht. Ihre Zellengrenzen sind nur schwierigzu sehen, am besten noch an mit Chloral aufgeschlossenen feinen Querschnitten.*)Durch die Schultze'sche Maceration werden sie gleich den Cuticularschichtenund dem Inhalte der Parenchymzellen der Mittelschicht der Testa zerstört- esbleiben nur sehr zarte Zellwandreste an der Innenseite der Epidermiszellen haftendzurück, gleichwie auch an einzelnen Epidermiszellen Reste der Cuticularmasse, hieund da auch die ganzen Cuticularschichten, allerdings gelockert und heller braungefärbt. Besser beobachtet man letztere an durch Kochen in Kalilauge isolirtenEpidermiszellen; Anilinblau färbt diese Beste blau, Naphtylenblau violett.
Die tief braune Sklereidenschicht entspricht ganz jener der Karda-momen ; ihre Elemente sind in der Fläche polygonal mit 7'5—10 p. Durchmesser, amQuerschnitte radial etwas gestreckt (R = 21—25 p.); Kieselkörper etwa 4—6 [x gross.
An ihrer Innenseite stellenweise ein selbst am Querschnitte deutlich auseiner Zellage bestehender hyaliner Streifen mit einer Cuticula wie bei denKardamomen.
Das Perisperm der Paradieskörner ist besonders ausgezeichnet durch diesehr starke radiale Streckung der meisten Zellen; sie sind sehr lang und oftsehr schmal, viele bis 350 [j. und darüberlang bei 24—45 p. Breite, die kleineren75—120 p. lang, 24—54 p. breit. Häufig kommen in eine oder in mehrere Spitzenausgezogene, manche sehr lang und allmählich (bis zu 4 p- Breite) verjüngte, an denSeiten eingedrückte und ausgeschweifte, aber selten so zipfelreiche Zellen vorwie bei den Kardamomen.
Die Stärkekörner wie bei diesen, 1*6—3 p. gross; Krystalle von Kalk-oxalat in den in Wasser liegenden Stärkezellen nur zum Theil deutlich, ambesten zu sehen nach vorsichtigem Erwärmen in 50°/ 0 iger Kalilauge. Sie sindmeist sehr klein (l'ö—2, die grössten 4'5p.), einzeln oder öfters in Häufchen (meistnicht gut entwickelte, rhomboederähnliche Formen, auch kreuzförmige Durch-wachsungen). Cochenille färbt die Stärkezellen etwas roth, stärker als in denKardamomen und zumal die Umgebung des Krystallhäufchens wie eine Hülle umdasselbe oder um den einfachen Krystall.
Endospermzellen wie bei Kardamomen mit einem homogenen, mitCochenille sofort sich roth färbenden Inhalt, etwa 30—36 p. gross; die etwa15—22 - 5p. grossen Keimzellen mit relativ grossen, mit Cochenille mehr violettsich färbenden Aleuronkömern.
Das Pulver der Paradieskörner hat eine ganz ähnliche Zusammen-setzung wie jenes der Kardamomensamen. Auch hier bildet das zertrümmerte Peri-sperm die Hauptsache. Seine Zellen fallen aber durch ihre bedeutende Grösse (zahl-reiche bis 350 p. lang) und besonders durch ihre Schlankheit und oft sehr geringeBreite (24 [A, selbst bis 4 p) auf; sie sind oft spindelförmig ausgezogen, weit wenigerausgeschweift und weniger zipfelreich. Die Kalkoxalatkrystalle zwischen den Stärke-körnern sind auch hier in jeder Zelle vorhanden, aber weit kleiner (1'5—2p.,höchstens 4'5p.) und meist weniger regelmässig ausgebildet; doch kommen auchrhomboederähnliche Krystalle und allerdings seltener kreuzförmige Durchwachsungenvor. Unter den Gewebstrümmern der Testa machen sich ganz besonders Stückedes schwarzrothbraunen Parenchyms der Mittelschicht mit homogenem Pigmentgefüllt, ohne oder meist mit nur vereinzelten Secretzellen und solche der tiefroth-braunen Sklereidenschicht mit etwa 7'5—10 p. breiten und 21—25 p. radial ge-streckten Zellen mit je einem 4—6 p. grossen Kieselkern bemerkbar.
Im Pfefferpulver verräth sich die Anwesenheit von Paradieskörnernauf den ersten Blick durch die soeben hervorgehobenen charakteristischen Gewebs-reste und ausserdem durch Stücke der Testaepidermis mit ihren in der Flächelanggestreckten, prosenehymähnlichen Elementen, allenfalls auch durch Fragmenteder Knötchenzellenschicht, deren Cuticula nach Kalibehandlung mit Safranin oderNaphtylenblau sehr schön roth, resp. violett gefärbt wird.
*) Es sind hier ganz ähnliche Verhältnisse, wie sie von IE Bitsse von einerneuen Kardamomen-Art aus Kamerun (Arbeiten aus dem kaiserl. Gesundheitsamte,Berlin 1897, pag. 142, Sep.-Abdr.) sehr zutreffend geschildert und auf Taf. III,Fig. 4 a, abgebildet wurden.