•laaoKL
XLII
Gerhard zum Camph schrieb seinen dortigen Freunden, BeatusRhenanus habe ihm einst bei seiner Abreise nach Zürich nicht ohneGrund die Worte mit auf den Weg gegeben: „du wirst an Pellikaneinen Engel Gottes sehen“; der Mann, der in seinem Leben den Zornnie habe über sich Meister werden lassen, und von dem der FriedeGottes v,'ährend seines langen Lebens nicht auf drei Tage gewichensei, werde billig tief beweint. —
Ein treffliches Bild Pellikans gibt der Zeitgenosse Joh. Kesslerin der Sabbata, herausgegeben von Ernst Götzinger in den St. GallerMittheilungen für vaterländische Geschichte I, 164: „Des obgedachtendoctor Joann Rochlin jünger ist gewesen Cuonradus Pellicanus, ainbarfusser monach zu Basel, welcher als ain fruchtbar bom vil frucht-bare est ussgeworfen, so er disse hailigen sprach witer ussgespraitetung geleret hat, under welichen Seb. Munster gezelt wirt. DieserPellicanus siner geberden nach gar kindtlicher huldseliger, sänft-muttiger mensch und so gar nitt erengitig, das er, damit er sollichemlaster entfliichen möcht, ettliche sine bucher, darinn er offtgemelterhebräischer sprach underrichtung gibt, under eines sines jüngersnammen im truck ussgon lassen verschaffet hatt. Siner person nachblaich und rain, ainer ziemlichen lenge mit einer furgehenkten nasengegen den mund. Jetzund aber ist er wonhafft zu Zürich uss nach-stellung ainer ersamen oberkait daselbst, den papstlerorden abgelegtund sich mit ainer ersamen frowen verhuret. Dazu berüfft und ver-ordnet, das er die hebräischen lection versechen sol, so genaigt zuleren, das er mit dem klainesten kind so studieren begert tag undnacht unverdrossen mag mu und arbait erdulden.“