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Das Chronikon des Konrad Pellikan zur vierten Säkularfeier der Universität Tübingen
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Der Inhalt ist zwar in der That -ganz dienstlich, nützlich undgut, aber ebenso weitschweifig wie dieser Titel; und da es zujener Zeit an gediegenen deutschen Schriftauslegungen nicht fehlte,so ist das Ausbleiben des von Pellikan projektirten Bibelwerks nichtso sehr zu bedauern. Ohnehin gesteht Pellikan selbst in einem Briefean seinen Schwager Fries (23. Dezember 1536), es fehle ihm einerechte Gewandtheit im deutschen Ausdruck.

An Aufforderungen zur Herausgabe dieses Werkes Hessen es Pelli-kans Freunde nicht fehlen. Gerhard zum Gamph schrieb ihm (6. Dez.1552):Si precibus meis permoveri posses, immo piorum, rogamusac obtestamur te. ut edas Germanica Commentaria in tota Biblia, acquae corrigi velles in latinis Commentariis, ea transfer in hos com-mentarios ac hunc laborem principi nostrae ac ecclesiis nostris dedicesvelim. Hic autem titulus est viduae principider Edelen vnnd wol-gebornen Anna geboren zu Aldenburg, Gräffynn zu Oestfrysslandt.Ne recondas tuum talentum, satis diu delituit.

4. Die theologischen Streitigkeiten.

Dass Pellikan von solch umfassender literarischer Thätigkeitziemlich absorbirt wurde, ist natürlich. Auf dem Schauplatz der Tages-kämpfeist vom stillen Pellikan nur selten die Hede. (Mörikofer:Zwingli I, 322). Bei ihm finden wir ohnedies von der rabies theolo-gorum keine Spur. Jenes hartnäckige Eifern für menschliche Ansichten,als wären es göttliche Wahrheiten, war dem demiithigen Mann einGräuel. Schon im Jahre 1528 glaubte er (Brief an Capito ; Siml.Samml.) die Strassburger davor warnen zu müssen,ne nimiumjudaissare videamus et spiritui nostro arrogemus divinitatem, quemtoties humanum deprehendimus ; et exempla errorum etiam in piishominibus videmus, cum divino spiritui tribuunt, quod ingerit carnalis\ sensus et humana cogitatio. In dieser Beziehung würde er trefflich' zu Melanchthon gepasst haben. Charakteristisch für Pellikans