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Das Chronikon des Konrad Pellikan zur vierten Säkularfeier der Universität Tübingen
Entstehung
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VORWORT.

v on dem ersten Schweizer, der in Tübingen im Jahre 1477studirt hat, heisst es in der Matrikel «nondum dedit», er habeseine Gebühren noch nicht bezahlt. Ich kann cs füglich denMathematikern vom Fach überlassen, auszurechnen, zu welch un-geheurer Summe diese Schuld in 400 Jahren angewachsen. VomAbzahlen ist ja ohnehin nicht die Rede; nicht Abrechnung willdie «alma mater» an ihrem Ehrentage mit den Söhnen halten, aberbillig darf sie verlangen, dass Jeder aufs Neue es anerkenne, wieviel er selbst, und wie viel das geistige Leben seines Stammes vonAlters her ihr zu verdanken habe. Einen solchen Dankesgrusssoll die vorliegende Schrift der Tübinger Hochschule aus derSchweiz bringen. Wir bieten in ihr die bisher noch nicht ver-öffentlichte Selbstbiographie Konrad Pf.llikans, erläutert und er-gänzt aus ungedruckten und gedruckten Quellen: ein Denkmalmithin aus einer Zeit, wo Schwaben und die Schweiz in be- *sonders lebendigem und segensreichem Verkehr mit einanderstunden.

Pellikan selbst (geb. 1478, f 1556) hat zu Ende des XV. Jahr-hunderts während eines mehrjährigen Aufenthaltes in Tübingen,eng befreundet mit den hervorragendsten Lehrern der jungenUniversität, den Grund zu seinen linguistischen Studien gelegt;später hat er zu zwei Malen in Basel und schliesslich während