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Das Chronikon des Konrad Pellikan zur vierten Säkularfeier der Universität Tübingen
Entstehung
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XIX
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XIX

bibliotheca universalis. Wie ernst Pellikan es mit dem Studium derKirchenväter genommen, beweist am Besten sein Gespräch mit Capitoüber das Abendmahl (s. Anhang). Schon im Jahre 1512 war er übereine Reihe von Irrthümern der kirchlichen Lehre und Missbräuchender hergebrachten Praxis im Reinen. Allein mit dieser innerlichenUmgestaltung seiner Anschauungen war der schüchterne und durchausunpraktische Mann hoch lange kein Freund äusserer Aenderungen,geschweige denn ein Reformator. Wohl konnte Joh. Fabricius a. a. O.in Wahrheit von ihm sagen:aeternum Dei judicium vanis hominumpraetulit minis et terroribus, aber es bedurfte eben der stärkstenund unverkennbarsten Intriguen der Altgläubigen, 11m ihn zur Ent-scheidung zu bringen. Am Liebsten hätte er gleich Era smus 1 ) un-behelligt von den Tageskämpfen und ohne persönlich Stellung dazuoder doch wenigstens darin nehmen zu müssen, litterarisch gewirkt.Allein dies erlaubte ihm schon seine offizielle Stellung nicht.

Pellikan stand nämlich als Minoritenguardian an der Spitze geradedesjenigen Klosters, aus dessen Mauern welche von den wirkungs-vollsten Heroldsrufen zu Basels Reformation ergiengen. Ohne Oeko-lampads weit überwiegendes Verdienst um die baslerische Kirchen-erneuerung irgendwie in den Schatten stellen zu wollen, glaube ichdoch auf die Stücke des Chronikons hier besonders aufmerksammachen zu müssen, welche auf die Anfänge der Basler Reformationein neues oder doch ein helleres Lieht werfen. Schon vor der An-kunft Oekolampads im November oder Dezember J522 (sein ersterAufenthalt zu Basel in den Jahren 1515 und 1516 kommt hier nichtin Betracht) hatte der Minoritenprediger Joh. Lüthard mit solchemErfolg in reformatorischem Sinne gepredigt, dass der Rath, unterdem Einfluss der Herren vom Stift und von der theologischen Fa-kultät, im Juni 1522 ein Mandatdes ewangelium halb erliess. 2 )

x ) Ueber das Verhältniss der beiden Männer vgl. ausser den betreffendenStellen des Chronikons den Briefwechsel des Erasmus.

!i ) Es fällt somit die Bemerkung des pragmatischen Ochs (GeschichteBasels V, 449) gänzlich in sich zusammen, die er zu Oekolampads Berufung