XIV
seines Studiengangs als Hebraist wird vielleicht gerade in Folge derVeröffentlichung des Chronikons von Seiten der Fachmänner nähererAufschluss erfolgen.
Eine Frage, die Geiger (Jahrbb. für deutsche Theologie 1876,S. 213) etwas voreilig glaubte erledigt zu haben, soll, wie ich mitVergnügen vernehme, in einer andern Gratulationsschrift zum Tü-binger Jubiläum durch den Herrn Repetenten Dr. E. Nestle ihreErörterung finden: die Frage nämlich, wer zuerst eine hebräischeGrammatik veröffentlicht habe, ob Pellikan oder Reuchlin? Nachdem Vorgang des bekannten alten Reuchlinforsc.hers Fiermann vonder Hardt (prodromus ephemeridum philologicarum de fatis studiihebraici 1692) war man gewohnt, diese Frage ohne Weiteres zuGunsten Reuehlins zu beantworten, und auch Geiger thut dies, indemer sich auf Pellikans eigene Aeusserungen (im Chronikon S. 23 obenund in einem Briefe an Nik. Ellenbog) beruft. Er hätte überdiesdie Stelle aus Capitos institutionum hebraiearum lib. I (D. 4 b) an-ftihren können, wo es von Pellikans hebräischen Studien heisst:Conradus Pellicanus noster doctus ille franciscanus perquam acutiatque diligentis ingenii, qui doctrina ista utiliore christianaque veterumtheologorum cura et memoria eximie pollet, adhaee hebraice adeoquepaucis annis av-roSidantog, non solum praeceptorum praesidio, sedet chartarum prope subsidiis indigus, opinione citius evasit. Cujusrei testimonium est a se pridem edita suis familiaribus grammaticasimul ac lexicon linguae s.
Allein trotzdem behält doch eine andere Tradition, welche seitLangem da und dort neben der Reuchlin’sehen auftaucht, schliesslichRecht, die Nachricht nämlich, Pellikan habe im Jahre T503 eineSchrift de modo legendi et intelligendi hebraea nicht bloss geschrieben,sondern auch veröffentlicht und habe mithin vor Reuchlin hierin diePriorität. Pellikan selbst beansprucht dieselbe unumwunden in einemBriefe an Wolfgang Musculus (5. Febr. 1551; s. Sind. Saml.), indemer sagt: „postquam per sedecim annos olim nihil haberem librorumpraeter nuda Biblia, cum quibus laborare coeperam solus, donecconcordandam colligerem operosam ex vulgata traductione et