VIII
Hand wie die in dritter Person von ihm redenden Marginalien derersten Blätter (bei uns S. i —13), wahrscheinlich von der Hand seinesSohnes Samuel. Dieser und seine beiden Söhne Konrad und Leon-hard standen im Zürcher Kirchendienste. Nach der Angabe Leus(helvet. Lexikon: Artikel Pellikan, XIV, 423 ff.) ist das Geschlechtschon im Jahre 1692 ausgestorben. Im vorigen Jahrhundert kam dasChronikon in den Besitz des feingebildeten Landvogtes J. J. Zoller,der es durch den damaligen französischen Pfarrer Gesner von Zürichkopiren liess und es dann sammt der Abschrift der Stadtbibliothekschenkte. Da die ursprünglich etwas mangelhafte, aber gut lesbareKopie (F. 146) durch Herrn Prof. Dr. Salomon Vögelin, Vater, vor20 Jahren bei der nachher zu erwähnenden Veranlassung auf dasAllergenaueste nach dem Original verbessert worden ist, so habe ichnur in zweifelhaften Fällen die Handschrift Pellikans selbst zu Ratheziehen müssen.
Es fragte sich bloss, ob ich bei meiner Arbeit so wie Vögelinbei der seinigen verfahren, d. h. die Orthographie und Interpunktiondes Originals getreu wiedergeben sollte. In diesem Falle wäre esmir prinzipiell nothwendig erschienen, auch die Abkürzungen Pellikansbeizubehalten, und so entschloss ich mich, den Bedürfnissen derheutigen Leser möglichst entgegenzukommen und sowohl in die sehrinconsequente Schreibweise als auch in das Labyrinth der Satzzeicheneinige Ordnung zu bringen; selbst auf die Gefahr hin, bei derjenigenRichtung in Ungnade zu fallen, welche den Werth eines Historikersfast ausschliesslich nach der diplomatischen Genauigkeit der vonihm mitgetheilten Aktenstücke zu bemessen pflegt. Immerhin glaubeich versichern zu dürfen, dass meine Arbeit, wenn auch nicht buch-stäblich, so doch wörtlich genau ist. Absichtlich habe ich bei denEigennamen die Orthographie des Originals beibehalten, ausgenommendie Auflösung der Endung e in ae bei Ortsnamen. In Betreff desStyls, den Leu a. a. O. in einer mehr für seine eigene als für PellikansLatinität charakteristischen Weise „saubere lateinische Redensart“nennt, habe ich Fehler weder corrigirt noch mit einem pedantischensic! zu schulmeistern gewagt. Wer solche sic! liebt, kann ja sein