Druckschrift 
3 (1838)
Entstehung
Seite
128
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die reiferen Jahre und der ausnehmend praktischeCharakter von de Montaigne's Ansichten gaben ihmeine Ucbcrlcgcnhcit der Beweisführung über Maltra-vcrs, welche der letztere wider Willen anerkennenmußte; während andrerseits de Montaigne heimlichfühlte, daß sein junger Freund seine Schlußfolgerungenauf eine weit breitere Basis baute und einen viel um-fassenderen Horizont beherrschte und daß er zwarmehr Fehlgriffen und Jrrthümern ausgcsetzt, aber auchtüchtiger zu neuen Entdeckungen und geistigen Fort-schritten war. Da jedoch ihre Lebensbahnen verschiedenwaren, prallten sic nicht gegeneinander an, n!Nd deMontaigne, welcher an Ernsts Schicksal aufrichtigenAnthcil nahm, begnügte sich damit, das Gcmüth seinesFreundes gegen die auf seinem Weg liegenden Hinder-nisse zu stählen, und stellte das Ucbrigc der Vorsehungund dem Ausschlagen von Versuchen anheim. Sicgingen miteinander nach London, und Montaigne kehrtevon da nach Paris zurück. Maltravcrs erschien wiederin den fröhlichen und vornehmen Cirkcln. Er fühlte,daß sein neuer Charakter seine Stellung gewaltig ge-ändert. Er ward nicht mehr von Schmeicheleien undBewerbungen verfolgt wegen der gemeinen undzufälligen Umstände, als da sind: Rcichthnm, Geburtund Verbindungen, wie früher aber doch wegenUmständen, die ihm ebensowenig schmeichelhaft er-schienen. Er ward nicht gesucht wegen seines Ver-dicnsts, seines Geistes, seiner Talente sondernwegen seiner augenblicklichen Berühmtheit. Er war ein