Stufe einnehmcn, je nachdem wir durch die Anwen-dung und Ucbnng unseres Geistes uns mehr oder we-niger tüchtig und fähig gemacht haben, die hehrenWirkungsweisen der Gottheit zu fassen und zu voll-ziehen. Der Weise ist den Engeln näher als der Narr.Das mag ein apokryphischcs Dogma scpn, aber es istkeine unmögliche Theorie."
„Aber wir können leicht die gesunde» Freuden undGenüsse des jetzigen Lebens hinopfcrn, indem wir einerHoffnung nachjagcn, die Sic eben mit Recht als apo-krpphisch bczcichnctcn; und unsere Weisheit mag leichtfür Nichts gelten in den Augen des Allwissenden."
„Ganz wohl," versetzte de Montaigne lächelnd;„aber antworten Sie nur ehrlich. Opfern Sic wirklichüber den Strebungen eines auf Geistiges gerichtetenEhrgeizes die Freuden und Genüsse des Lebens? Indiesem Kall üben Sic das System nicht auf die rich-tige Weise. Diese Bestrebungen sollten nur IhrenSin» schärfen und beleben für die Vergnügungen,welche die wahren Erholungen des Lebens sind. Unddieß ganz besonders bei Ihnen, da Sic ja so glücklichsind, Ihren Lebcnsnnterhalt nicht durch Beschäftigungmit der Literatur erwerben zu müssen; — wäre dießder Fall, so möchte ich Ihnen eher rathen, ein Holz-hauer als ein Autor zu werden. Ein Mann sollte nieeine der höchsten Bahnen des Geistes und der Kunstzn betreten wagen, nur um so sein tägliches Brod zngewinnen; dieß gilt nicht von der Literatur allein,sondern von Allem, was auf derselben Stufe steht.