115
hinzugcbcn — diese schwellte» seine» Geist a», bis erübcrstrvmtc »»f das Blatt, das den vereinigendenKanal bildet zwischen der einsam fließenden Qncllc mitdem nnermcßlichc» Ocean menschlichen Wissens undErkcnncnö. Maltravcrs' Gcmüthsart war, wie wir ge-sehen, weder reizbar noch ängstlich. Er bildete sich selbst,wie ei» Bildhauer Gestalte» bildet-ein Modell vor demAuge und ein Ideal im Herzen. Er strebte mit An-strengung und geduldiger Ausdauer durch jeden neue»Versuch naher und näher zu kommen den Anforderun-gen und dem Maßstab einer solchen Trefflichkeit, wieer sic für endlich erreichbar erachtete für einen ver-nünftigen Ehrgeiz — und als endlich sein Nrthcil be-friedigt war, übergab er das Produkt mit ruhigemVertraue» einem unparteiischeren Gericht.
Sein erstes Werk machte Glück; — vielleicht ausdem Grund, weil cs den Stempel der Redlichkeit undder Wirklichkeit an sich trug. Er setzte sich nicht an denSchreibtisch, um zu berichte», was er nie gesehen, umsich über Das zu verbreiten, was er nie empfunden.Ein ruhiger und denkender Beobachter des Lebenswußte er seinen Schilderungen um so mehr Lebendigkeitzu verleihen, als seine eigenen ersten Eindrücke nochnicht ihre Frische verloren hatten. Seine Erfahrunghatte sich tief eingewnhlt — nicht in der dürren Flächedes gereiften Alters, sondern in dem fruchtbaren Bodenjugendlicher Gcmüthsbcwcgnngcn. Ein anderer Grundvielleicht, der seinem ersten Versuch eine günstige Auf-nahme erwarb, mochte scpn: daß er mannichfaltigere
8 "