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nach dem Gitter, um die Liste * verlesen zu hören. Vio-la'S Name war unter den Auserlesenen. Und der altePriester, besser vorbereitet zu sterben, aber auf der TodeS-liste fehlend, legte ihr die Hände aufs Haupt, und segneteste, und weinte. Sie hörte es, und wunderte sich; aberste weinte nicht. Mit niedergeschlagenen Angen, mit aufder Brust gekreuzten Armen, ergab sie sich unterwürfig inden auffordernden Ruf. Aber jetzt ward wieder ein Namegenannt; und ein Mann, der sich grob an ihr vorbei ge-drängt hatte, um zugaffen, oder zu horchen, stieß einGeheul der Verzweiflung oder Wnth aus. Sie wandtesich um, und ihre Blicke begegneten sich. Trotz der langendazwischenliegenden Zeit erkannte fie doch die häßliche Ge-stalt wieder. Nicots Gesicht nahm wieder sein teuflischesHohnlächeln an. „Endlich, schöne Neapolitanerin, wirduns die Guillotine vermählen. Oh ! wir werden gut schla-fen in unserer Hochzeitnacht!" Und mit einem Gelächterschritt er weg durch den Haufen und verschwand in seinerHöhle.
Sie ward in ihre düstere Zelle gebracht, um denMorgen zu erwarten. Aber- das Kind ward ihr noch ge-lassen; und es kam ihr vor, als empfinde es das Grauen-volle der Gegenwart. Auf ihrem Weg nach dem Gefäng-niß hatte eS nicht gestöhnt noch geweint; es hatte mitseinen klaren Augen unerschrocken nach den schimmernden
* Zn dem schauerlich spaßhaften Jargon jener Tage: die Abend-zeitung genannt.