und eine schwache Röthe überflog seine gelblichen Wan-gen. — „Ja, Bürger, ich erinnere mich!"
„Und Ihr erinnert Euch noch der Worte, die ich da-mals sprach! Ihr sprächet empfindsam und philanthro-pisch von Eurem Abscheu vor Hinrichtungen — Ihr jubel-tet über das Herannahen der Revolution, als den Schlußaller blutigen Strafen —Ihr führtet mit Ehrfurcht dasWort Maximilian RobeSpierre'S, des steigenden Staats-mannes, an: der Henker ist die Erfindung des Tyrannen!und ich antwortete Euch: bei Euren Worten wandte micheine Ahnung an, daß wir uns wieder begegnen würdenzu einer Zeit, wo Eure Ideen von Todesstrafen und diePhilosophie der Revolution sich stark geändert haben dürf-ten! Hatte ich Recht, Bürger Renö-Franyois DumaS,Präsident des Revolutionstribunals?"
„Pah!" sagte DumaS, mit einiger Verwirrung aufseiner ehernen Stirne. „Ich sprach damals, wie Männersprechen, die nicht gehandelt haben. Revolutionen machtman nicht mit Rosenwaffer ! Aber genug des Geschwätzesvon alten Zeiten. Ich erinnere mich auch, daß Du da-mals meinem Verwandten das Leben rettetest, und eswird Dich freuen zü erfahren, daß der, der ihn ermordenwollte, morgen guillotinirt werden wird."
„Das geht Euch an — Eure Gerechtigkeit, oderEure Rache. Erlaubt mir die selbstsüchtige Erinnerung,daß Ihr mir damals versprächet, daß, wenn je ein Tagkommen sollte, wo Ihr mir dienen könntet, Euer Leben —ja die Phrase war: 'Euer Herzblut' mir zu Gebote stehe.