Druckschrift 
6 (1842)
Entstehung
Seite
36
Einzelbild herunterladen
 

36

Bürger," sagte Nicot, weiß von Leidenschaft, abersich so bezwingend, daß es schien, er spreche mit knir-schenden Zähnen,ich habe die Ehre, Ench zn benach-richtigen, daß ich den Volksvertreter in Geschäften vonhöchster Wichtigkeit für das gemeine Beste und für ihnselbst suche; und," fuhr er langsam, und sich boshaft »upschauend, fort,ich fordere alle guten Bürger aus, meineZeugen zu seyn, wenn ich mich bei Robespierre über dieAufnahme beklagen werde, die mir bei Einigen von Euchzu Theil geworden ist."

In des Mannes Miene und im Ton seiner Stimmelag so viel tiefe und gründliche Bosheit, daß die müßigenLeute zurücktraten, und da der Gedanke an das plötzlicheSteigen und Fallen im revolutionären Leben sich ihnenaufdrängte, erhoben sich verschiedene Stimmen, um demschmutzigen und zerlumpten Maler zu versichern, es liegeihrem Sinne Nichts ferner, als der Gedanke, einen Bür-ger beleidigen zu wollen, den seine bloße Erscheinung schonals einen dremplarischen'Sanscülotten bewähre. Nicotnahm diese Entschuldigungen mit mürrischem Schweigenauf; er kreuzte die Arme, lehnte sich an die Wand, undwartete mit ingrimmiger Geduld seine Vorlaffung ab.

Die Herumlungerer sprachen unter einander in ge-sonderten Gruppen von zweien und dreien, und durch dasallgemeine Gesumme gellte das Helle, laute, sorglose Pfei-fen des langen Jakobiners, der an der Treppe Wachestand. Zunächst bei Nicot murmelten eine alte Frau undein junges Mädchen in ernstem Geflüster zusammen, und.