Druckschrift 
6 (1842)
Entstehung
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der Religion des Kreuzes, ist, daß sie die Geduld zuerstzu einer Tugend, und dann zur Hoffnung erhebt. Mannehme die Lehre von einem andern Leben hinweg, voneiner künftigen Vergeltung, von dem Lächeln eines Va-ters auf unsre Leiden und Proben in unsrer Prüfung hie-nieden, und was wird aus der Geduld? Aber ohne Ge-duld was ist ein Mensch? was ein Volk? OhneGeduld kann die Kunst nie hoch steigen; ohne Geduldkann die Freiheit sich nie vervollkommnen. Durch wil-des Drängen, durch stürmische Kämpfe ohne Ziel undZweck, sucht der Geist sich aus der Armgth emporzuheben,sucht eine Nation die Freiheit zu erringen. Und wehewenn sie so ungekräftigt, führerlos und nicht ans Aus-harren gewöhnt sind wehe Beiden!

Nicot war ein Bösewicht schon als Knabe. Bei denmeisten, wenn auch noch so verworfenen Verbrechern findetman einen Ansiug von Menschlichkeit Ueberbleibsel vonTugend; und der treue Zeichner der Menschennatur ziehtsich oft den Tadel und Spott schlechter Herzen und stum-pfer Geister zu, wenn er zeigt, wie selbst das elendeste,Metall noch einige Theilchen Gold enthält, und selbstdie Besten, welche die Münze der Natur ausprägt, nocheinen Zusatz von Schlacken haben. Aber es gibt Ausnah-men, obwohl wenige, von der allgemeinen Regel; Aus-nahmen , wo das Gewissen gänzlich tods daliegt, und Gutund Böse gleichgültige Dinge geworden sind, außer alsMittel zu einem selbstsüchtigen Zweck. So war es bei demSchützling und Zögling des Atheisten. Neid und Haß er-