Druckschrift 
6 (1842)
Entstehung
Seite
19
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lg

das Gepräge tragend jener allerschmerzlichsten Ruhewo das Herz sich alt fühlt!

Oh, Viola!" sagte er endlich mit der Stimmeunterdrückter Leidenschaft:dachte ich wohl Euch je so zusehen, dachte ich je, mit diesen Gefühlen Euch betrachtenzu müssen, als wir Beide uns zuerst kennen lernten in derschönen Gegend von Neapel? Ach! warum wieset Ihrdamals meine Liebe zurück? oder warum war die meinigeEurer nicht würdig? Nein! Bebt nicht zurück! laßtmich Eure Hand berühren! Keine Leidenschaft so süß alsjene jugendliche Liebe kann wieder in mir einkehren! Ichhabe für Euch nur das Gefühl eines Bruders für einejüngere, einsame Schwester. Bei Euch, in Eurer Gegen-wart, so traurig sie ist, glaube ich wieder die reinereLuft meines fcühern Lebens zu athmen! Hier allein, dieScenen des Kampfes und Ungestüms abgerechnet, läßtdas Phantom ab, mich zu verfolgen. Ich vergesse stlbstden Tod, der hinter mir herschreitet, und mich wie meinSchatten verfolgt. Aber bessere Tage können uns noch Vor-behalten sepn. Viola, ich fange an, dämmernd zu ahnen,wie ich das Phantom, das der Fluch meines Lebens ist,bezwingen und zu Nichte machen kann indem ich ihmtrotze und es herauSfvrdere. In Sünde und wüstem Lebenverfolgt es mich, wie ich Dir schon gesagt habe, nicht.Aber ich begreife jetzt, was Mejnour in seiner dunkelnOrakelsprache sagte: ich solle das Gespenst am meistenscheuen, wenn ich es nicht sehe. In Stunden tugend-hafter und ruhiger Entschlossenheit erscheint eS ja, ich