Druckschrift 
6 (1842)
Entstehung
Seite
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sonst immer ihre Lippen umschwebt hatte, war weg. Eineschwere, stumpfe Niedergeschlagenheit, als wäre das Lebenihres Lebens zerstört, schien auf ihrer Jugend zu lasten,und ste dieser beglückenden Sonne überdrüssig zu machen.In Wahrheit, ihr Daseyn war halb verschmachtet, seit essich, wie ein schwermüthiger Bach, von der Quelle, diees nährte, losgeriffen und entfernt hatte. Der plötzlicheEnthusiasmus von Furcht oder Aberglauben, der sie fastwie noch in der Bewußtlosigkeit eines Traumes getriebenhatte, von Zanoni zu fliehen, war entschwunden seit demersten Tage, der ihr in einem fremden Lande anbrach.Da, da fühlte sie, daß in dem Lächeln, das sie für immerverlassen hatte, ihr Leben seine Bedeutung und seineWurzel hatte. Sie bereute Nichts sie hätte den Ent-schluß nicht widerrufen, der ihre Flucht beflügelte. Ob-gleich die Aufregung vorüber, war doch der Aberglaubenoch geblieben; sie glaubte noch immer, ihr Kind geret-tet zu haben vor jener schwarzen, verbrecherischen Zaube-rei, von welcher die Sagen aller Länder so unendlichViel zu erzählen wissen, die jedoch nirgends so viel Glau-ben finden, oder solchen Schauer einflößen, wie im Sü-den von Italien. Dieser Eindruck ward verstärkt durchdie geheünnißvollen Gespräche GlyndonS, und durch ihreeigene Wahrnehmung der entsetzlichenVeränderung, welchemit einem Manne vorgegangen, der sich selbst als dasOpfer der Zauberer darstellte. Daher bereute sie Nichts aber ihre ganze Willenskraft schien dahin.

Nach ihrer Ankunft in Paris sah Viola ihre Be-