Druckschrift 
6 (1842)
Entstehung
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gleiterin, die treue Gattin, nicht mehr. Ehe drei Wochenverstrichen, lebten Mann und Frau nicht mehr.

Und jetzt zum erstenmal drängten auch die Sorgenund Mühseligkeiten dieser harten Erde die schöne Neapo-litanerin. Bei dem Berufe, welchem sie ihre ersten Ju-gendjahre geweiht hatte, welcher der Poeste und dem LiedStimme und Gestalt gibt, liegt, so lange man mit gan-zer Seele dabei ist, eine Aufregung in der Kunst selbst,welche sie über das Mühevolle eines eigentlichen Berufeserhebt. Zwischen einem zwiefachen Leben, zwischen demIdealen und dem Realen, schwankt und wiegt sich dasLeben der Musik und der Bühne. Aber dieß Leben warfür immer verloren für das Idol der Augen und Ohrenvon Neapel. Als sie sich in das höhere Reich der leiden-schaftlichen Liebe erhob, da war es, als ob der erkünstelteGenius, welcher die Gedanken und Empfindungen Andererdarstellt, ganz nntergegangen wäre in demjenigen Genius,der selbst ganz Gedanke und Gefühl wird. Es wäre dieärgste Untreue gegen den Verlorenen gewesen, sich wiederdazu herunterzugeben, vom Beifall Anderer zu leben. Undso fand sie, denn sie wollte von Glyndon keine Almo-sen annehmen, durch die gewöhnlichsten Künste, die ärm-lichste Handarbeit, welche ihr Geschlecht versteht, alleinund ungesehen, sie, die an Zanoni'S Brust geruht hatte,fand darin die Mittel zum Unterhalt und Obdach für ihrKind. Wie in dem herrlichen Verse, den wir diesem Ka-pitel vorgesetzt, Armida selbst ihren Zauberpalast zerstörthat so blieb nicht eine Spur von jenem Tempel, den