74
und Herz sorgsam wachen. Von seinem Erwachen zu sei-nem Schlaf, von seinem Schlaf zu seinem Erwachen, istein Umschwung in der Zeit! Jede Geberde muß bemerktwerden — jedes Lächeln scheint ein neuer Schritt vorwärtsin der Welt, die zu beglücken es gekommen ist! Zanon!ist fort — das letzte Klatschen des Ruders ist verhallt —das letzte Fleckchen der Gondel ist verschwunden in denMeerstraßen Venedigs! Ihr Kind schläft in der Wiegezu der Mutter Füßen; und sie denkt in ihren Thränen,welche Geschichten von dem Feenland, das mit tausendWundern unermeßlich sich dehnt in diesem schmalen Veil-chen, sie dem Vater zu erzählen haben werde! Lächle nur— weine nur, junge Mutter! Schon ist das schönsteBlatt in dem seltsamen Buche für Dich geschloffen! undder unsichtbare Finger wendet das Blatt um! . . . -
An der Nialtobrücke standen zwei Venetianer —glühende Republikaner und Demokraten — welche diefranzösische Revolution als das Erdbeben betrachteten,das ihre eigene ersterbende, fehlerhafte Verfassung Um-stürzen, und Venedig Gleichheit der Stände und derRechte schenken müsse.
„Ja, Cottalto/' sagte der Eine, „mein Correspon-dent in Paris hat versprochen, alle Hindernisse zu beseiti-gen, aller Gefahr zu trotzen. Er ivill mit uns die Stundedes Aufstandes verabreden, wenn die Legionen des Frank-reichs so nahe find, daß sie unsere Kanonen hören können.