Druckschrift 
7 (1841)
Entstehung
Seite
68
Einzelbild herunterladen
 

68

ruhiges Leben an den Ufern des lieblichen Sees fortgeführt.Nach wenigen Wochen überwog sein Vertrauen zu Camil-la's Treue alle seine Besorgnisse und Ahnungen. IhreBriefe, obwohl nicht ohne Zwang wegen der Inspektion,der sie unterworfen wurden, gaben ihm unaussprechlichenTrost und Entzücken. Bald jedoch glaubte er zu fühlen,daß ihr Ton sich verändere. Die Briefe hatten die gleicheLänge, aber sie schienen den Einen Gegenstand zu vermei-den, gegen welchen alle andre wie Nichts waren siebeschäftigten sich mehr mit den in Beaufort-Court versam-meltenGLsten; und ich weiß nicht, wie es kam dennes war Nichts darin, was Eifersucht hätte erregen undrechtfertigen können die wenigen Worte, die dem Mon-sieur de Vaudemvnt gewidmet waren, erfüllten ihn mitunruhigem und schrecklichem Verdacht. Er gab diesen Ge-fühlen Luft, so weit er nur immer zu thun wagte bei demBewußtseyn, daß seine Briese von Andern gelesen würden;und Camilla nannte den Namen Vaudemonts nicht mehr. Ein langes Schweigen folgte dann schrieb sie vonihres Bruders Ankunft und Krankheit dann von Zeit zuZeit ein paar hastige Zeilen dann ein völliges, langes,entsetzliches Verstummen und endlich kam, mit einemkohlschwarzen Rande und einem feierlich schwarzen Siegelfolgender Brief von Mr. Beaufort:

Mein wertber Sir, mit unaussprechlichem Kum-mer habe ich Euch und Eurem würdigen Oheim den uner-setzlichen Verlust zu melden, den ich durch den Tod meineseinzigen Sohnes erlitten. Es ist heute ein Monat, daß er