Druckschrift 
7 (1841)
Entstehung
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ich habe mein ganzes Leben hindurch immer eben nach mei-ner Lust und Neigung gehandelt, ohne mich je der Machtdes Gesetzes zu überliefern, welches der Lust und Nei-gung andrer Leute oft störend Eintrag thut. Ihr habtRecht» wenn Ihr sagt» Gewaltthätigkeit wäre ein Kapi-talverbrechen. Nu» ist aber der Unterschied zwischen Lasterund Verbrechen dieser: Laster ist» wogegen die PfaffenPredigten schreiben» Verbrechen das» wogegen wir Ge-setze machen. Ich habe in meinem ganzen Leben kein Ver-brechen begangen, im Alter zwischen fünfzig und sechzigwill ich nicht den Anfang machen. Laster sind etwas Siche-res; ich habe vielleicht meine Laster so gut wie Andere;aber Verbrechen sind gefährliche Dinge gesetzwidrigeDinge Dinge» vor denen man sich sorgfältig hüten muß!Seht Zhr," (und hier brach der Redende» seinen verblüfftenZuhörer mit dem Auge firirend, in ein Grinsen erhabenenHohnes aus,)laßt mich annehmen, Zhr wäret die Welt, die Welt, dieser kriecheiche Kammerdiener der Kam-merdiener! so würde ich so zu Euch sprechen:Meineliebe Welt, Zhr und ich verstehen einander recht gutwir sind für einander gemacht Zhr kommt mir und ichEuch nie in den Weg. Wenn ich jeden Tag in meinemZimmer mich betrinke, so ist das Laster da könnt Ihrmir Nichts anhaben; wenn ich zum ersten Mal in meinemLeben ein GlaS zu viel trinke, und den Nachtwächter zuBoden schlage, so ist das ein Verbrechen» das mich, wennich reich bin, ein Pfund vielleicht auch sünf Pfundkostet, wenn ich arm bin» mich auf die Tretmühle