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Die Schullehreriu war keine durch Geist glänzende Frau.Auch bedurfte Fanny nicht sowohl der Mittheilung hoherKenntnisse, als der Ausschließung ihres Denkens und Ge-inüthes durch nützliche Bücher nnd vernünftiges Gespräch.Da alte ihre natürlichen Gefühle so schön waren, hattedie Lehrerin jetzt wenig Mühe, Gefühle zu der Würde vonGrundsätzen heranznbtlden.
Endlich erhielt Fanny, bisher geduldig in die Ab-wesenheit desjenigen sich fügend, der ihrem Herzen nieferne war, von ihm den Brief, den er zwei Tage vorseiner Abreise von Beaufort-Court an sie geschrieben, —wieder einen Brief, einen zweiten Brief — einen Briefworin er sich entschuldigte, daß er nicht früher gekom-men — einen Brief, der ihr seine Adresse angab, der eineAntwort verlangte. Es war ein Morgen unbeschreiblicherWonne, die an Verzückung grenzte. Nnd dann die Aufre-gung, ihn zu beantworten — der Stolz, zeigen zu könne»,welche Fortschritte sie gemacht, welche treffliche Hand siejetzt schrieb! Sie schloß sich in ihremZimmer ein, sie gingan diesem Tage nicht aus. Sie legte das Papier Vor sichhin, und zu ihrem Erstaunen verschwand auf einmal Alles,was sie hatte schreiben wollen, aus ihrem Sinn. Wiesollte sie auch nur anfangen? Sie hatte ihn bisher immer„Bruder" genannt. Aber seit ihrem Gespräch mit Sarahfühlte sie, daß sie mit diesem Namen um Alles in derWelt nicht ihn wieder anreden könnte — nein, nimmer-mehr! Aber wie sollte — wie konnte sie ihn nennen?Er Unterzeichnete sich mit „Philipp." Sie wußte daß das