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richte» wollte; aber die Rührung war für ihr thcilneh-mcudcs Herz, so sehr sic auch Heldin und Königin, zugewaltig, und als sie die Augen gegen die stillen,,bleichen Züge des gefallenen Herrschers aufschlug, stürz-ten ihr die Thränen unwiderstehlich herab, und ihreStimme erstarb in einem Lispeln. Eine schwache Rotheüberflog Boabdils Züge und cs entstand eine augen-blickliche Pause der Verlegenheit, die der Mohr zuerstbrach.
„Schöne Königin," sprach er mit gramvoller, ern-ster Würde, „Du rannst in dem Herzen lesen, dasDein edles Mitleid rührt und überwältigt: dies istDein letzter, nicht Dein geringster Sieg. Doch ichhalte Euch auf: möge mein Anblick Euer» Triumphnicht verdüstern. Erlaubt mir, mich zu verabschieden."
„Könnten wir nicht auf die segensreiche Möglich-keit einer Bekehrung hindcutcn?" flüsterte die frommeKönigin durch ihre Thränen ihrem Gemahl zu.
„Nicht jetzt — nicht jetzt, bei St. Jago!" gab ihrFerdinand schnell in den, gleichen Ton zurück, sich selbstnach einer Beendigung des qualvollen Gespräches seh-nend. Laut setzte er dann bei: „Geht, mein Bruder,und Glück mit Euch! vergesset das Vergangene."
Boabdil lächelte bitter, grüßte das königliche Paarmit tiefer, schweigender Verbeugung und ritt langsamvon dem Heer weg, den Pfad hinauf, der zu seinerneuen Herrschaft jenseits der Alpurarras führte. Nach-dem die Bäume den mohrischc» Rcitertrupp Ferdinan-den aus dem Auge gebracht, befahl er der Armee, sich