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Viertes Kapitel.
Älniamen hört und sicht, aber will nicht glauben; dcnncin übcrangcstrcngtcs Vchirn wird selbst bei den stärkstenNaturen schwindlig.
Die Morgendämmerung brach langsam in dasZimmer und Almamcn schlief immer noch. Es warein Sonntag der Christen — der Tag, an welchemder Heiland von den Todtcn aufcrstandcn, von derfrüher» Kirche so ausdrucksvoll und erhaben „der Tagdes Herrn"' genannt. Als das Licht der Sonne imOsten flammte, fiel cü, wie eine Glorie, ans cinCrucisir, das in der Vertiefung des-gothischcn Fenstersstand, und brachte plötzlich vor Lcilas Augen das Ant-litz, auf welchem jenen erhabenen, mystischen Verbandder Todesqual des sterbenden Menschen mit der erha-benen Geduld des Gottes anszudrückcn, in der Regelselbst den schwächsten katholischen Bildnern noch gelingt.ES blickte sic an, dieses Antlitz; cs lud cin und crmu-thigtc, wahrend cS zugleich durchschaucrtc und über-wältigte. Sic schlich sachte von ihrem Vater weg undwarf sich vor dem heiligen Bild auf die Knie nieder.
„Stärke mich, mein Erlöser," flüsterte sie —„stärke Deine Kreatur! kräftige ihren Schritt auf demPfade des Heils, wenn derselbe sic auch unwiderruflichvon Allem trennt, was sic auf Erden liebt; und liegtein Opfer in ihrem heiligen Entschluß, so nimm es,Gekreuzigter, als einigen Ersatz für das Verbrechen