Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
99
Einzelbild herunterladen
 

99

überdies bei näherer Erkundigung über den ZustandDeines Gebietes, daß Granada keinen Seehafen mehrhat, von welchem aus unsere Truppen (könn e er solchesenden) Eingang in Spanien fänden. Er beschwörtDich, Deine Hoffnung auf Allah zu scheu, der seineErwählten nicht verlasse» wird, und legt diele Ge-schenke, als ei» Pfand seiner Freundschaft und Liebe,zu den Füßen meines Herrn, des Königs."

Ein freundliches und zeitgemäßes Geschenk." eut-gcgnctc Boabdil mit zuckender Lippe;wir dankenihm." Ein langes, todtcnhaftcs Schweigen folgte,als die Gesandten de» Audicnzlaal verließen; soforterhob Boabdil plötzlich das Haupt von der Brust,warf einen königliche», hohcitsvollen Blick in der Halleumher und sprach:Die Herolde Ferdinands von Spa-nien mögen eintretcn."

Unwillkürlich brach ein Seufzer ans Musas Brustund fand seinen Widerhall in einem Gemurmel desAbscheus und der Verzweiflung von Seiten der um-hcrstchcndcn tapfer» Heerführer; doch diesem augen-blicklichen Allsbruch folgte ein athcmloscS Schweigen,und hinter einem andern Vorhang hervor, dem könig-lichen Sitz gegenüber, schimmerten die glänzenden Har-nische der spanischen Ritter. Voran diesen stolzen Gä-sten, deren chrne Fersen laut auf dem eingelegten Bo-den anschlugcn, trat eine edle, stattliche Gestalt, mitAusnahme des Helms in voller Rüstung und in einenMantel von blauem Sammt, worein das silberneKreuz, das Wahrzeichen des ChristcnkampscS, cingc-