Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
90
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eines unwiderstehlichen Meeres und Du verwirfstmich! Nimm Dir wenigstens Zeit, nachzndcnkenzu überlege». Laß mich morgen noch einmal zu Dirkommen."

Nein, Prinz, »ein nicht noch einmal! Ichbewahre Euer Gcheimniß bloß, wenn ich Euch nichtmehr sehe. Bcharrt Ihr bei einer Bewerbung, in der,wie ich fühle, Sünde und Schmach liegen, so verlangtmeine Ehre . . . . ."

Halt!" unterbrach sie Juan, hoch^herabichquäle, ich Plage Dich nicht langer. Ich befreie Dichvon meiner Zudringlichkeit. Vielleicht Hab' ich michzu tief herabgclafscn!" Er zog die Kapuze über dasGesiebt und schritt trotzig auf die Thür zu. Als erjedoch eine» letzte» Blick ans die Gestalt warf, die seinfür edle Empfindungen nicht unfähiges Herz so wun-derbar gefesselt hatte erweichten die lanfic, gram-crfülltc Stellung der Novizin, ihre zarte Jugend, ihrdüsteres Schicksal den augenblicklichen Stolz und Zornwieder.Gott segne und behüte Dick, armes Kind,"sprach er mit einer durch den Widerstreit seiner Ge-fühle bebenden Stimme und die Thür schloß sichhinter ihm ab.

Ich danke dir, Himmel, daß cs nicht Mn>'a war,"lispelte Lcila, aus einer Träumerei auffahrend, worinsic mit der eigenen Seele Zwiesprache zu halten schien.Ich fühle, ihm bält' ich nicht zu widerstehen ver-mocht." Mit diesem Gedanken kniete sie, in dcmüthiger,reuevoller Sclbstanklagc nieder und betete um Kraft.