Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
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bar zärtlichen und flehenden Toneich bin furchtbarermattet und träumte einen fieberhaften Traum derWuth und Rache. Dein Mund und Deine sänftigcndeHand sollen mich aus demselben erwecken. Laß unsauf immer aus diesen verhaßten Ländern fliehen; wirwollen diesen elenden Ungläubigen ihren blutigen Zwistlassen, unbekümmert, welche Partei fallen soll. Nacheinem Boden, den kein chrner Fuß betritt, in eineLuft, wo das Gebet des Menschen in Einsamkeit znmgroßen Jchovah aufsteigt, laß uns die müden Schrittelenken! Komm i so lange das Schloß noch schläft, laßuns ungesehen fortcilcn der Vater und das Kind.Wir wollen süße Zwiesprache unterwegs halten. Und,hörst Du Lcila," setzte er mit leisem, plötzlichen Flü-stern hinzu:sprich mir nicht von jenem Gekreuzigten;denn Dein Gott ist ein verborgener Gott, und cs gibtkein Bild von ihm."

Wär' er minder erschöpft durch lange Mühen undmarternde Gedanken gewesen, so würde die Spracheeines so strengen Menschen vielleicht ganz anders ge-lautet haben. Aber die Umstände unterwerfen fich auchdem härtesten Stoff, und trotz seinem angeborenenVerstand und seiner stets erstrebten Ucbcrmacht überAndere, war Niemand vielleicht menschlicher Schwächeso unterworfen in seiner Weichheit und Kraft, seinerLeidenschaft und seinen Bestrebungen, als dieser selt-same Mann, der in scincin anmaßenden Eigen-willen gewagt hatte, über die Menschheit hinaus zuringen.