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Es war wirklich cin gefährlicher Moment für dieNcubckchrtc. Dic unerwartete Milde ihres Vatersüberwältigte sic gänzlich, nnd jener Alles verleugnendeEifer katholischer Glanbcnöbcgcistcrung, welchem jedesmenschliche Band und jede Erdcnpflicht nicht selten zumOpfer gebracht worden sind auf dem Altar verzückter,überschwänglicher Frömmigkeit, batte von Lcilas Herzennoch keineswegs vollen Besitz genommen. Was auchihre Ansichten, ihr neuer Glaube, ihre geheime Sehn-sucht »ach dem Kloster, — genährt durch die erhabene,wenn auch irrige Vorstellung, als ob durch ihre Be-kehrung und Opferung vielleicht die Sünden ihres Vol-kes abgcbüßt werden könnten in den Augen Dessen,der durch seinen Tod für eine ganze Welt gebüßt hatte,— was immer auch dergleichen höhere Gedanken undGefühle sehn mochten, sic wichen in diesem Augenblickdem unwiderstehlichen Andrang der gewöhnlichen Naturund der kindlichen Pflicht. Sollte sic ihren Vater ver-lassen, und konnte solche Vcrlassung eine Tugend scpn?Ihr Herz that und beantwortete beide Frage» mitBlitzesschnelle: sic trat auf Almamcn zu, faßte ihn beider Hand und sagte ruhig und fest: „Vater, wohinDn auch gehst, will ich mit Dir." Aber der Himmelbestimmte ihnen Beiden cin anderes Loos, als wolcingctrctcn scpn würde, wäre dic Stimme jenes Natnr-impulscs befolgt worden.
Eh' Almamcn antworten konnte, ertönte cin lau-ter Trompetenstoß vor dem Thorc.
„Horch!" sprach er und griff nach dem Dolch,