85
des Ringens, sondern auch die jetzt durch das erst kürzlichverübte Verbrechen gereizten Nerven und die so plötzlichaufsteigende Furcht vor Entdeckung hatten ihren sonst sostarken Geist und Körper erstarrt — da trat Varney wie-der ein.
„Die Krämpfe haben nachgelassen," sagte er mit hohlerStimme und bemerkte noch nicht einmal die zu seinenFüßen ausgestreckte Gestalt. Varney's Schritt, Varney'SStimme aber hatte auch schon Lucrctia'S Sinne wieder zudem vollen Bewußtseyn und dem Gefühl ihrer Gefahr er-weckt. Indem sie, wenn auch mit Anstrengung, aufstand,erzählte sie schnell, was vorgegangen.
„Fliege! fliege!" stöhnte sie, als sie geendet hatte —„fliege und suche ihn nur wenigstens die nächsten Stundenaufzuhalten, ihn irgendwo zu verbergen. Bewahre nur bisdaun sein Schweigen, das Nebrige habe ich selbst schon ge-than —" und ihr Finger deutete auf den fürchterlichenRing.
Varney wartete auf keine weiteren Worte — er eiltehinaus, und ohne weiteres Zögern nach den Ställen hin-unter. Sein Scharfsinn ließ ihn augenblicklich vermuthen,Beck würde das, was er entdeckt, an einen andern Ort tra-gen. Der Stallknecht war schon fort und — (wie sein Ka-merad meinte) ohne ein Wort zu sagen, hatte aber die Rich-tung nach der Southampton-Straße zu genommen. Varneysprang auf eines der Pferde, die seit dem Morgen dort ge-sattelt standen.
„Auch ich muß nach Southampton — die arme junge